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Deutscher Bücherpreis: "Wollen die, dass ich nichts mehr tue?"

Der Deutsche Bücherpreis 2004 für das literarische Lebenswerk geht an die Kinder- und Jugendbuchautorin und Übersetzerin Mirjam Pressler. Die 64-Jährige erhält die Auszeichnung am 25. März zum Auftakt der Leipziger Buchmesse.

Für gewöhnlich müssen kreative Menschen in allen Sparten der Kunst lange warten und sehr alt werden, bevor sie einen Preis für ihr Gesamtschaffen in Empfang nehmen können. Nicht so Mirjam Pressler: Gerade einmal Anfang 60 ist die Schriftstellerin und Übersetzerin. Am 25. März wird ihr bei der Leipziger Buchmesse der Deutsche Bücherpreis 2004 - der von Günter Grass geschaffene Bücher-Butt - für ihr Lebenswerk verliehen.

Auch ihr schien diese Ehrung wohl verfrüht, wie anders ist sonst ihre Frage zu verstehen, die sie im Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ stellte: „Wollen die, dass ich nichts mehr tue?“

Die - der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Leipziger Messe - haben wohl nichts dergleichen im Sinn gehabt, als sie Pressler für die Ehrung auswählten. Und es ist auch nicht der erste Bücher-Butt, den sie in Empfang nehmen darf: Bereits 2002 angelte sie sich einen der Bronze-Fische für ihr Kinderbuch „Malka Mai“. Nun also ist es ihr bisheriges Gesamtwerk, für das sie geehrt wird.

Als Autorin lebt sie von ihrer Biografie

Pressler selbst hat über sich gesagt, dass sie als Autorin von ihren Erfahrungen, ihrer Biografie lebe. „Wie ich schreibe, muss stimmen, muss meiner Realität, meiner sozialen Wirklichkeit entsprechen.“ Erstmals tat sie das mit ihrem Roman „Bitterschokolade“, der 1980 erschien und ihr sofort eine Auszeichnung, den Oldenburger Jugendbuchpreis, einbrachte.

Schnell folgten weitere Veröffentlichungen, mit denen sie sich an Kinder und Jugendliche richtete, so etwa „Stolperschritte“, „Goethe in der Kiste“ oder „Novemberkatzen“. 1995 erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Zürcher Kinderbuchpreis für „Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen“. Fast zu zahlreich, als das sie aufgezählt werden könnten, die Ehrungen, die Pressler zuteil wurden: Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises 1995, das Bundesverdienstkreuz 1998, die Carl-Zuckmayer-Medaille, den Kinderbuch-Akademie-Preis und den Kinder- und Jugendbuchpreis „Luchs“ (alle 2001), um nur einige zu nennen.

Schaffensreiche Übersetzerin

Doch nicht nur mit eigenen Werken trat Pressler an die Öffentlichkeit, überaus umfangreich auch ihr übersetzerisches Schaffen. Mehr als 100 Bücher hat sie übersetzt, in erster Linie aus dem Niederländischen und dem Hebräischen. Darunter auch eines, das zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur gehören dürfte: „Das Tagebuch der Anne Frank“ übertrug sie Anfang der 90er Jahre in eine neue deutsche Leseausgabe.

Wie sie selbst 1994 sagte, für sie auch deshalb von Bedeutung, weil ihr neben der Parteilichkeit für Kinder und Jugendliche das Eintreten für die Rechte der Frauen und der Kampf gegen den Faschismus besonders wichtig sind.

Selbst keine einfache Kindheit gehabt

Auch ihr eigenes Leben verlief nicht ohne Brüche. “1940 wurde ich als uneheliches Kind in Deutschland geboren, wuchs bei Pflegeeltern im Oma- und Opa-Alter auf, die selbst zur sozialen Unterschicht gehörten“, schrieb Pressler 1987 in „Welt des Kindes“.

Aus der Unterschicht kommend schaffte sie jedoch den Sprung an die Akademie für Bildende Künste. Immer wieder reiste sie nach Israel, wo sie sich auch längere Zeit aufhielt. Sie ist geschieden, ihre drei fast erwachsenen Töchter hat sie allein großgezogen, wie sie sagt.

Jörg Aberger, AP/AP
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo