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Neues Buch "Was Wollen Wissen": Nur noch stilles Wasser oder jeder Drink mit einem Schuss Urin? Fettes Brot stellen sich absurden Fragen

Egal wie absurd die Frage – die Musiker von Fettes Brot finden in ihrem neuen Buch "Was Wollen Wissen" eine Antwort. Der stern wollte die Norddeutschen trotzdem testen. Herausgekommen ist eine Konversation über Sträuße, Pipi-Getränke und den Bandnamen.

Fettes Brot

Das neue Buch "Was wollen wissen" von Fettes Brot ist ab 19. Februar im Handel

In ihrer Radioshow "Was Wollen Wissen" bei N-Joy beantworten König Boris, Björn Beton und Doktor Renz von Fettes Brot Fragen von Zuschauern. Je absurder, desto besser. Die lustigsten Antworten der drei Hip-Hop-Stars wurden nun in einem Buch gesammelt. Ein Anlass, die Jungs mal selbst mit ein paar kuriosen Themen zu bombardieren.

Fettes Brot "Was Wollen Wissen"

"Was Wollen Wissen" (12 Euro) von Fettes Brot erscheint am 19. Februar im Handel 

Ihr bringt ein Buch ("Was Wollen Wissen") mit absurden Fragen von Zuschauern raus. Zum Beispiel: "Wie würde ein achter Wochentag heißen?" Oder "Wie kratzen sich Kängurus am Rücken?". Seid ihr bereit, ein paar absurde Fragen zu beantworten?

Björn Beton: Gerne. So gut wir können. Nach bestem Wissen und Gewissen. Wir haben kein Gewissen und sehr wenig Wissen.

Warum spucken Fußballer immer so viel auf den Rasen, andere Sportler spucken dagegen fast nie?

Björn Beton: Sie wollen dem Rasen etwas Gutes tun.

König Boris: Football-Spieler spucken nicht? Das bleibt wahrscheinlich im Gitter vorm Gesicht hängen.

Björn Beton: Die Fußballer sind einfach Rasen-Fetisch-Freaks. Das sind die eigentlichen Greenkeeper.

Doktor Renz: Ooh, da sieht's aber trocken aus.

Björn Beton: Oder sie spucken ganz oft auf eine Stelle, damit der Gegner genau da ausrutscht.

König Boris: Ich glaube, es ist das Gefühl, dass der Rasen sehr groß ist und die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf ihrer eigenen Rotze ausrutschen, kleiner ist als, sagen wir mal, auf einem Tennisplatz.

Jetzt eine Entweder-Oder-Frage (die ist aus einem Film): Entweder ihr dürft ein Leben lang nur noch stilles Wasser trinken – oder jedes Getränk muss einen Schuss Pipi enthalten.

Doktor Renz: Wessen Pipi? Also wenn's das eigene ist…

König Boris: Dann B!

Doktor Renz: Was ist dann mit Alkohol? Man müsste den Alkohol dann rauchen oder schnupfen, als Ersatz.

Björn Beton: Du kannst jedes Getränk trinken, aber mit Pisse. Das ist überhaupt gar keine Frage!

Doktor Renz: Wir nehmen das mit Pisse.

Björn Beton: Türlich!

Doktor Renz: So sind wir.

Björn Beton: Wir nehmen das Getränk mit der Pisse! Es gibt ja auch viele Leute, die meinen, das wäre gut. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich daran gewöhnt. Kommt auch drauf an, wie viel da drin ist.

Es muss schon ein bisschen eklig sein.

König Boris: Ich frage immer gerne die Frage: Was würdest du lieber tun - dich ein Jahr nicht zudecken oder ein Jahr mit einem Strauß zusammen leben.

Nicht zudecken. Sträuße sind doch fies. Es ist nur schwierig im Hamburger Winter.

Björn Beton: Und an das Nicht-Zudecken gewöhnt man sich viel schneller als an einen Strauß. Wir haben schon mal einen Strauß kennengelernt, das ist die Härte. Das ist kein Leben mit Strauß.

König Boris: Ich weiß nicht. Wenn man mit dem klar kommt. Auf dem zur Arbeit reitet…

Doktor Renz: Ich glaube, man kann sich daran gewöhnen. Wenn man Pipi-Wodka-Lemon trinkt, kann man sich auch daran gewöhnen, sich nicht zuzudecken.

Björn Beton: Es ist für mich gar keine Entweder-Oder-Frage. Ich nehme alles. Pipi-Wodka-Lemon, den Strauß und decke mich nicht zu. Ich decke mich mit dem Strauß zu.

Wenn ich morgen als Mann aufwachen sollte, habe ich einfach nichts anzuziehen. Was kann ich da tun?

Björn Beton: Ich finde dein Outfit so gut, auch als Mann.

Aber da passe ich dann ja nicht mehr rein.

König Boris: Ach, so ein Mann bist du.

Ein richtiger Mucki-Mann.

Björn Beton: Wenn schon denn schon.

König Boris: Ein richtiger Mann-Mann. Dann brauchst du ja auch nichts anzuziehen. Stellst du dich erstmal auf den Balkon, guckst an dir runter. Das wirst du sofort merken: den Wind der Freiheit.

Doktor Renz: Aber zuhause wird geflennt, ist klar.

Warum schweigen die Menschen in Fahrstühlen immer?

Björn Beton: Personal Space. Mein Tanzbereich, dein Tanzbereich. Man ist sich zu nah. Wenn man dann was sagen würde, wäre das so unangenehm. Ich stell mich mit meiner Frau gerne in den Fahrstuhl ganz dicht an sie ran und dann kuschele ich mich an sie. Wenn sie mich dann küsst, sag ich zu ihr "Hör auf, wir sind doch Geschwister!".

König Boris: Wenn man einen ein bisschen merkwürdigen Humor hat, kann man die Enge eines Fahrstuhls natürlich auch für sich nutzen.

Doktor Renz: Zum Beispiel "Macbeth" zitieren. 

Björn Beton: Ich kann mich an eine Situation in einem Fahrstuhl in Las Vegas erinnern. Da war eine Frau im Fahrstuhl, die unglaublich laut ihre Cola geschlürft hat. Sie trug ein T-Shirt, auf dem stand: "Drink like a girl. Can you keep up with me", oder so. Und sie hat sich lautstark vor ihrer Freundin über ihren Freund aufgeregt, der noch verkatert im Bett lag. Das fand ich extrem unangenehm.

Doktor Renz: Das ist sinnbildlich dafür, dass man so nah in das Leben von jemandem gerissen wird, den man nicht kennt.

König Boris: Wenn nicht das Internet dazwischen ist, kann ich das nicht aushalten!

Björn Beton: Die Doku über die würdest du dir sofort angucken, oder?

König Boris: Ja klar!

Wie würdet ihr Eure Band nennen, wenn ihr noch mal anfangen würdet?

König Boris: Auf jeden Fall nicht Fettes Brot.

Doktor Renz: "Zartes Pflänzlein" habe ich mal gehört.

Björn Beton: Wir haben in unserer Radiosendung mal eine Punkband gegründet, die hieß "Trümmerdackel". Das fand ich einen ganz guten Namen. Für 'ne Punkband weiß man gleich, was man kriegt.

König Boris: Ich kann verraten, dass damals wirklich "Verwirrte Menschen" noch in der engeren Auswahl stand.

Doktor Renz: Wir hießen auch mal Boris und die Callboys.

König Boris: Genau.

Doktor Renz: Das fanden zwei von uns scheiße.

König Boris: Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer dagegen war. Fettes Brot ist natürlich auch denkbar beschissen. Aber deswegen können sich das alle merken. Ich finde, ein gespaltenes Verhältnis zum eigenen Bandnamen ist auch was Besonderes.

Doktor Renz: Ich erinnere mich daran, als wir gerade unsere erste Platte draußen hatten, habe ich mit einem Plattenladen-Verkäufer in Freiburg gesprochen und ihn gefragt: "Habt ihr Fettes Brot?" "Nee, also das hätt' ich mir gemerkt", sagte er. Da hab ich gedacht: Gute und schlechte Antwort gleichzeitig.

"Was Wollen Wissen" von Fettes Brot (Rowohlt, 12 Euro) erscheint am 19. Februar im Handel.

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