HOME

Gestorben: Frankreich trauert um Françoise Sagan

Françoise Sagan, die meistgelesenste französische Schriftstellerin der letzten 50 Jahre und Kultfigur des französischen Literaturbetriebs, ist im Alter von 69 Jahren an einer Lungenembolie gestorben.

Präsident Jacques Chirac würdigte die Autorin von Welterfolgen wie "Bonjour Tristesse" und "Lieben Sie Brahms" als "herausragende Figur unseres Literaturlebens". Mit einem originellen Stil habe sie "ein Zeugnis ihrer Zeit und der französischen Gesellschaft" gezeichnet, sagte Chirac. Premierminister Jean-Pierre Raffarin sprach von dem einzigartigen "Lächeln" der Sagan. "Sie war melancholisch, rätselhaft, distanziert und auch fröhlich".

Meistgelesenste französische Schriftstellerin der letzten 50 Jahre

Sagan gehört zu den meistgelesenen französischen Schriftstellern der letzten 50 Jahre. Ihr Erstlingsroman "Bonjour Tristesse" erreichte in den 50er Jahren Millionen-Auflagen und wurde in 22 Sprachen übersetzt. Das Buch machte die Autorin, die schnelle Autos liebte und später Vertraute des verstorbenen Präsidenten François Mitterrand war, mit einem Schlag berühmt und schockierte die Öffentlichkeit.

In nur sieben Wochen hatte Sagan 1954 diesen 200-Seiten-Roman über ein lebenslustiges junges Mädchen auf Papier gebracht. Die amourösen Eskapaden waren damals Grund für einen Skandal - was die Auflagen in die Höhe trieb. Auf ihren frühen Ruhm reagierte die Autorin gelegentlich gereizt: "Ich habe es satt, immer auf diesen kleinen Erfolg angesprochen zu werden", sagte sie Jahre später.

"Ich habe immer eine große Lebenslust und habe immer Lust zu schreiben. Das Glück wollte es, dass mir beides gelungen ist", sagte die Sagan 1998. Das Geld allerdings rann ihr wie Sand durch die Finger. "Bereits als sehr junges Mädchen hat sie sehr viel Geld verdient, hat aber ihr Leben lang noch mehr ausgegeben", sagte ein Vertrauter. Wegen Steuerhinterziehung wurde sie sogar zu einer Haftstrafe verurteilt, wenn auch auf Bewährung.

DPA