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Großbritannien: Ladung neuer Harry Potter-Bücher gestohlen

Wenige Tage vor dem Erscheinen des neuen Harry-Potter-Bandes sind Tausende Exemplare des fünften Teils aus einem Lager im Norden Englands gestohlen worden.

Wenige Tage vor dem offiziellen Erscheinungstermin an diesem Samstag sind in Großbritannien fast 8000 der neuen Harry-Potter-Bände gestohlen worden. Die Lastwagenfracht mit der Geheimnis umwitterten fünften Folge "Harry Potter und der Phoenixorden" wurde schon am vergangenen Sonntagabend aus einem Depot bei Manchester entwendet, teilte die Polizei am Dienstag mit. Den Wert der gestohlenen Bücher gaben die Behörden mit 130.000 Pfund (182 000 Euro) an. Zunächst war der Verlust von der Polizei mit 1,4 Millionen Euro beziffert worden. Experten wiesen darauf hin, dass der "Schwarzmarktwert" der heiß begehrten Bücher "unschätzbar" sei.

Erfolgsautorin Joanne K. Rowling sei über den Vorfall informiert worden, sagte ihr Agent in London. Das Verlagshaus Bloomsbury verwies auf eine bereits bestehende gerichtliche Verfügung, die jegliche Veröffentlichung der Texte untersagt. Die Polizeibehörde in Merseyside (Nordengland) forderte die Bürger am Dienstag auf, sich sofort zu melden, falls ihnen vor Erscheinungstermin unter "ungewöhnlichen Umständen" oder unter Listenpreis ein Harry-Potter-Buch angeboten wird. Ansonsten könnte eine Strafverfolgung drohen. Nach Polizeiangaben war am späten Sonntagabend auf dem Depot ein Mann erschienen, der sich als Fahrer des Lastwagens ausgab. Der leere Anhänger wurde später verlassen bei Manchester aufgefunden.

Von dem Depot aus sollten die Harry-Potter-Bände an Buchläden und Supermarktketten ausgeliefert werden. Zahlreiche britische Supermärkte wollen das Buch mit einem Listenpreis von umgerechnet 23 Euro bis um die Hälfte billiger anbieten. Der Sprecher einer großen Kette sagte am Dienstag, dort stehe die Potter-Anlieferung unter einem eigenen Sicherheitskonzept mit dem Decknamen "Hedwig" - so heißt auch die Eule des jugendlichen Zauberlehrlings Potter.

Der Verlag Bloomsbury hatte in der Vergangenheit immer wieder beteuert, die Auslieferung laufe nach den höchsten Sicherheitsstandards mit generalstabsmäßiger Planung ab. Alle betroffenen Druckereien stünden unter besonderem Sicherheitsschutz.

Trotzdem war es schon im Mai zu einem Diebstahl gekommen. Ein Druckereiarbeiter in Lowestoft (Ostengland) wurde verurteilt, nachdem er versucht hatte, Teile des neuen Romans an eine Boulevardzeitung zu verkaufen. Er hatte sie angeblich auf dem Parkplatz des Druckhauses gefunden.