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Rebecca "Martin: Frauenerotik' im Mädchenzimmer

Spätestens seit "Feuchtgebiete" ist es en vogue, dass junge Mädchen ihr Sexualleben experimentierfreudig begehen und darüber Bücher schreiben. Auch bei Jungautorin Rebecca Martin wird in "Frühling und so" das Mädchenzimmer zum erotischen Abenteuerspielplatz.

Von Andrea Ritter

Sex, Schule und Dinkelkuchen – die 16-jährige Raquel wohnt im hippen Berlin, feiert viel und langweilt sich unendlich. Irgendwie scheint in ihrem Leben immer jemand auf die Bremse zu treten. Sie will, dass es endlich losgeht, ohne zu wissen, was "es" eigentlich ist. Ein verdrießlicher Zustand. Allgemein auch als Pubertät bekannt.

Mit "Frühling und so" hat die 18-jährige Waldorfschülerin Rebecca Martin ein unverkrampftes Mädchenbuch aus der Gefühlswelt einer Jugendlichen geschrieben. Und weil es in dieser Welt auch viel um Sex geht, eröffnet ihr Buch die neue Frauenerotik- Reihe "Anais" bei Schwarzkopf & Schwarzkopf. Ein bisschen seltsam sei es schon, plötzlich als Sexautorin zu gelten, sagt Rebecca Martin. "Ich werde oft mit 'Raquel' gleichgesetzt. Aber sie ist eine Collage. Aus mir und meinen Freundinnen."

Erotische Romane würden vor allem von Frauen gelesen, so Anais-Programmchefin Jennifer Hirte, die ihre Magisterarbeit in Europäischer Ethnologie über "Frauen und Selbstbefriedigung" geschrieben hat. In ihrer Erotik- Reihe gibt es ausschließlich Texte von Autorinnen: "Frauen wissen am besten, was Frauen erotisch finden. Männer sind eher auf Anatomie fixiert." Eine Erfahrung, die auch Raquel macht. Und so am Ende wenigstens weiß, was sie nicht will.

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