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Philospoph im stern-Interview: Richard David Precht: "Allgemeinbildung - das ist eine große, innere Festplatte“

Der Philosoph Richard David Precht warnt im neuen stern vor wachsendem Unwissen im Land.

Richard David Precht

Philosoph, Bestsellerautor und Honorarprofessor: Richard David Precht

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Der Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht warnt im neuen stern vor einem umfassenden Bildungsverlust in Deutschland: "Die leichte Verfügbarkeit von Informationen und die Haltung 'Ich weiß ja, wo's steht', führen dazu, dass einige Menschen anfangen zu denken, sie könnten ohne Bildung durchs Leben gehen. Das hat Folgen. Wir laufen dadurch Gefahr, die Orientierung in der Welt zu verlieren", sagt der 53-Jährige im großen stern-Gespräch.

Wissen sei der einzige Weg zur souveränen Urteilsbildung. "Es geht darum", so Precht, "Dinge differenziert bewerten und einzuordnen zu können. Und das passiert nicht dadurch, dass ich weiß, wo die womöglich im Internet stehen. Sie können ja in einem intelligenten Gespräch nicht ständig auf dem Smartphone googeln, um argumentativ mithalten zu können."

Precht: "Sie können nicht ständig googeln, um argumentativ mithalten zu können"

Allgemeinbildung heißt für Precht, "über eine große innere Festplatte zu verfügen, die es uns ermöglicht, das, was wir sinnlich erleben, hören, sehen, erfahren, gründlich zu durchdenken und aufeinander zu beziehen". 

Bei seiner Lehrtätigkeit an der Lüneburger Universität sei ihm aufgefallen, dass das Textverständnis, die Bereitschaft, längere Texte zu lesen und sich damit auseinanderzusetzen bei den Studenten insgesamt nachgelassen habe. Vielen fehle die Geduld. 

"Das ist ja auch kein Wunder", resümiert der Philosoph. "Wir sind umgeben von Aufmerksamkeitsräubern. Überall blinkt, piept und vibriert etwas. Und immer muss alles sofort passieren. Das macht etwas mit uns." 

Jungen Menschen rät er, nicht jedem äußeren Reiz sofort nachzugeben. Man müsse wieder lernen, sich lange auf eine einzige Sache zu konzentrieren, seine Sprache zu pflegen und Bedürfnisaufschub zu ertragen.

Emma Watson

Das ganze Interview mit Richard David Precht und dazu einen großen Test zum Thema Allgemeinwissen lesen Sie im neuen stern.

Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?