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Stanley "Tookie" Williams: Kalifornien will Nobelpreis-Kandidaten exekutieren

Er war neun Mal für den Nobelpreis nominiert. Jetzt soll der wegen Mordes verurteilte Schriftsteller Stanley "Tookie" Williams hingerichtet werden. Retten kann ihn ausgerechnet der Mann, der als "Terminator" berühmt wurde.

Der bekannte Schriftsteller Stanley "Tookie" Williams soll am 13. Dezember hingerichtet werden. Bekannt wurde der 51-Jährige mit seinen Kinderbüchern, in denen er vor dem Hintergrund seiner eigenen Banden-Erfahrung Gewalt anprangert. Dafür ist er fünf Mal für den Friedensnobelpreis und vier Mal für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen worden.

Stanley Williams' kriminelle Biografie reicht zurück bis ins Jahr 1971: Als Siebzehnjähriger gründete er damals mit einem Schulfreund in Los Angeles die Jugendgang "Crips". Nach zehn gewalttätigen Jahren als Chef der Bande war Williams 1981 wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Zwar beteuert er bis heute seine Unschuld bezüglich der Mordtaten, doch auf rechtlichem Wege konnte er das Urteil bis heute nicht anfechten. Der Oberste Gerichtshof lehnte erst kürzlich eine weitere Anhörung in dem Fall ab.

Bücher aus der Todeszelle

In der Todeszelle des Gefängnisses von San Quentin bei San Francisco brachte sich Williams Lesen und Schreiben bei und machte sich als Schriftsteller einen Namen. "Er hat vor 15 Jahren eine große Veränderung durchgemacht und seither jungen Menschen geholfen", sagte Williams' Anwalt Peter Fleming der "Los Angeles Times". In den Texten erzählt der frühere Bandenchef von seiner Zeit in San Quentin. Damit verbindet er einen Appell an Jugendlicher, sich nicht auf Drogen, Waffen und Gangs einzulassen und aus seinen Fehlern zu lernen. Mit seinen leider nur in englischer Sprache erhältlichen Büchern, darunter "Life in Prison", hat er mehrere Literaturpreise gewonnen.

Ein letzter Hoffnungsschimmer bleibt Stanley Williams noch: Seine Anwälte wollen bei dem früheren "Terminator"-Darsteller und kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Gnadengesuch einreichen. Die Chancen stehen allerdings nicht allzu gut: Seit seinem Amtsantritt hat Schwarzenegger entsprechende Gesuche zweier Todeskandidaten abgelehnt.

Carsten Heidböhmer