HOME

"Apropos of Nothing": Nun also doch - Woody Allens Autobiografie überraschend in den USA erschienen

Völlig überraschend sind in den USA die Memoiren von Woody Allen veröffentlicht worden. Um das Buch hatte es einen heftigen Streit gegeben, der Verlag war abgesprungen.

Nach einigem Hin und Her hat Woody Allen seine Memoiren veröffentlicht

Nach einigem Hin und Her hat Woody Allen seine Memoiren veröffentlicht

"Apropos of Nothing" heißt die Autobiografie von Woody Allen - und selten war ein Buchtitel weniger passend als hier. Denn anders als es ein Apropos von nichts suggeriert, ist um die Lebenserinnerungen des Regisseurs in den vergangenen Wochen ein gewaltiger Streit entbrannt. Hintergrund der Auseinandersetzung: Allens Adoptivtochter Dylan Farrow hatte dem Filmemacher 1992 vorgeworfen, sie als Siebenjährige sexuell missbraucht zu haben. Obwohl es nie zu einer Anklage kam, gab es Proteste der Verlagsmitarbeiter gegen "Apropos of Nothing". Letztlich verzichtete der Hachette, bei dem das Buch ursprünglich erscheinen sollte, auf die Veröffentlichung und gab die Rechte an Allen zurück.

Umso überraschender, dass die Memoiren seit Montag in den amerikanischen Buchläden stehen. Der New Yorker Verlag Arcade Publishing hatte sich die Rechte gesichert und das Werk ohne große Ankündigung veröffentlicht. Nun kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, auf welche Weise sich Woody Allen an sein Leben erinnert.

Rowohlt steht zu Woody Allen

Auch in Deutschland ist die Veröffentlichung der Autobiografie umstritten. Das Buch erscheint am kommenden Samstag, 28. März, bei Rowohlt. Im Vorfeld hatten einige Autoren in einem offenen Brief versucht, den Verlag von einer Veröffentlichung abzubringen. "Das Buch eines Mannes, der sich nie überzeugend mit den Vorwürfen seiner Tochter auseinandergesetzt hat, und der öffentliche Auseinandersetzungen über sexualisierte Gewalt als Hexenjagd heruntergespielt hat, sollte keinen Platz in einem Verlag haben, für den wir gerne und mit großem Engagement schreiben", hieß es in dem Schreiben unter anderem.

Elbphilharmonie: Femen-Aktivistinnen stören Woody-Allen-Konzert in Hamburg

Rowohlt hat dagegen bekräftigt, die Autobiografie auf jeden Fall publizieren zu wollen. "So können sich interessierte Leserinnen und Leser ihr eigenes Urteil bilden", teilte der Verlag mit. Ab diesem Wochenende wird das Buch unter einem Titel in den deutschen Läden stehen, der besser zu der überraschenden US-Veröffentlichung gepasst hätte: "Ganz nebenbei".

Lesen Sie auch:

che