HOME

"Funny-Games"-Regisseur Haneke: "Hollywood manipuliert doch ständig"

Einige halten ihn für ein Genie à la Ingmar Bergman, andere für einen Gewaltverherrlicher. Michael Haneke kann mit beiden Beschreibungen leben. Ein Gespräch mit dem deutsch-österreichischen Filmemacher, der mit einem Remake seines eigenen Gewaltschockers "Funny Games" in die Kinos kommt.

Keine Frage, es ist einer der brutalsten und in seiner Rohheit gewalttätigsten Filme des Jahres. Oder ist es doch nur ein Spiegel der Gegenwart, ein Zeichen einer Gesellschaft, die Gewalt nicht mehr spürt, sondern nur noch konsumiert - wie eine kühle Brause an einem heißen Sommertag? "Funny Games U.S." greift nach den Emotionen des Kinobesuchers, wie ein Zahnarzt nach der Wurzel eines Weisheitszahnes greift. Bloß ohne Betäubung. stern.de traf Michael Haneke in Los Angeles zum Gespräch und erlebte einen Regisseur, der erstaunlich offen über Hollywood, Gewalt und politische Manipulation im Kino Auskunft gab.

Herr Haneke, warum ein Remake von "Funny Games"

Weil der Film beim ersten Mal nicht das Publikum erreicht hat, das ich mir gewünscht hatte. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir den Streifen beim ersten Mal in Deutsch gedreht haben.

Erfahren Europäer Gewalt anders als Amerikaner?

Tatsache ist, dass der Konsum von Gewalt in den Medien heute schier unerschöpflich ist. Und deshalb ist ein Film wie "Funny Games" auch heute wieder relevant.

Haben Sie versucht, mit diesem Film die Menschen bewusst zu beleidigen?

Nein, ich wollte niemanden beleidigen, aber ich wollte sehr wohl provozieren. Wenn jemand beleidgt ist, dann ist er selber schuld. Jeder kann nach fünf Minuten rausgehen. Ich sage immer, dass jeder, der sich diesen Film bis zum Schluss anschaut, ihn offensichtlich nötig gehabt hat.

Braucht die Gesellschaft denn einen solchen Film?

Ja, von Zeit zu Zeit ist es mal ganz gut, daran erinnert zu werden, wie manipulierbar man ist als Zuschauer. Wenn ein Film intelligent konstruiert ist, dann kriege ich den Betrachter emotional dorthin, wo ich ihn haben möchte. Jede politische Manipulation funktioniert so.

Wir werden alle manipuliert?

Aber sicher. Hollywood manipuliert doch ständig. Schauen Sie sich doch den Film "Air Force One" an. Das ist reine amerikanische Polit-Propaganda. Aber es ist so verkauft worden, dass wir es gar nicht merken. Und das halte ich für sehr gefährlich. Ich versuche so zu manipulieren, dass das Publikum diese Manipulation versteht.

Sie wollen uns also mit diesem Brutalo-Film wachrütteln?

Diese Interpretation überlasse ich Ihnen. Ich weiß nur, dass wir heute in einer Gesellschaft leben, in der wir Gewalt wahrnehmen, wie wir einen warmen Sommerwind wahrnehmen. Kaum etwas schockiert noch, kaum etwas bringt uns zum Nachdenken.

Warum haben Sie einen Hollywood-Star wie Naomi Watts für diesen Film engagiert?

Ich hatte sie in "Mulholland Drive" und in "21 Gramm" gesehen. Mich hat ihre Verwundbarkeit beeindruckt. Und sie ist ein großer Sympathieträger, das ist auch nicht ganz unwichtig für diesen Part.

Der Film ist brutal, aber die eigentlichen Tötungsdelikte zeigen Sie nicht, warum?

Na ja, das ist keine neue Methode. Sobald man mit der Fantasie des Zuschauers arbeitet, ist es immer effektiver, als ihn mit der Banalität oder der Eindeutigkeit von Bildern zu konfrontieren. Bilder können die Fantasie runieren. Das Knarren auf der Treppe ist immer effektiver als die Fratze im Türrahmen.

Was machen Sie als nächstes?

Ein deutscher Film, er spielt vor dem Ersten Weltkrieg auf einem Dorf in Norddeutschland und setzt sich mit Erziehung auseinander. Wie ist diese Generation, die später in Nazi-Deutschland lebte, aufgewachsen?

Interview: Frank Siering, Los Angeles
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(