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"Hostel 2": Blut und Gähnen

"Hostel 2" erzählt wieder von Superreichen, die im Kurzurlaub in der Slowakei Unfreiwillige zum Foltern kaufen. Der Extremgewalt-Schocker hat eine etwas bessere Geschichte, versagt aber dennoch genauso wie sein erfolgreicher Vorgänger.

Von Ralf Sander

Das Filmplakat zeigt den Kopf einer jungen Frau. Ihre Gesichtszüge sind angstvoll verzerrt. Die Fallrichtung ihres Zopfes und die geschwollene Vene am Hals zeigen, dass sie wirklich kopfüber hängt und nicht nur ihr Foto um 180 Grad gedreht wurde. Es ist ein beängstigendes und damit gutes Poster für einen Horrorfilm: "Hostel 2".

Im Film selbst ist die dazugehörige Szene die erste der ausufernden Folterdarstellungen, für die schon Teil eins berüchtigt war. Die junge Frau, Lorna heißt sie, hängt kopfüber nackt von der Decke und wird von einer alternden Sadistin als lebendige Wellnessdusche zur Ader gelassen. Während dieser langen, blutigen Szene leidet der Zuschauer mit - allerdings nicht mit Lorna, sondern mit ihrer Darstellerin Heather Matarazzo, für die die Aufnahmen eine Qual gewesen sein müssen. Und man wird schon an dieser frühen Stelle gewahr: Das Schicksal der Figur interessiert nicht. Nichts zieht in den Film hinein. Der Overkill an Grausamkeit lässt den Zuschauer unberührt. Kurz: "Hostel 2" versagt wie der Vorgänger.

Vor etwas mehr als einem Jahr schickte Regisseur Eli Roth zum ersten Mal eine Gruppe US-Touristen auf einen Höllentrip in die Slowakei, in die titelgebende Unterkunft, wo nichts ahnende Gäste als Frischfleisch für ein Folterkabinett rekrutiert werden. In der Fortsetzung sind es die drei amerikanischen Kunststudentinnen Beth, Whitney und Lorna (Lauren German, Bijou Philipps und Heather Matarazzo), die von einem kumpelhaften weiblichen Lockvogel (Vera Jordanova) in die Herberge gelotst werden. Immerhin hat sich Regisseur Roth nicht darauf beschränkt, das alte Drehbuch noch einmal zu verwenden und per "Suchen & Ersetzen" einfach Personennamen und Folterwerkzeuge auszuwechseln. Nun werden endlich die Hintergründe des Torture-Tourismus offenbart. Es wird gezeigt, wie vermeintlich bürgerliche und sehr reiche Kunden ihre Opfer ersteigern und wie mächtig und vernetzt die organisierende Agentur ist. Sie killt zügig den einzigen Überlebenden des ersten Films, obwohl der sich scheinbar unauffindbar in einem Landhaus verkrochen hat.

Killer mit Geschichte

Noch wichtiger: Die interessantesten Figuren in diesem Perversitätenkarussell - die Kunden - bekommen endlich ein Innenleben. Stuart (Roger Bart) und Todd (Richard Burgi, der irre Apotheker aus "Deperate Housewives") sind zwei gut situierte Familienväter, die sich mal etwas richtig Extremes gönnen wollen. Und weil es in den "Hostel"-Filmen kaum Überraschungen gibt, ist schnell klar, dass es diese beiden sind, die am Ende auf zwei der Studentinnen treffen werden. Im Folteretablissement.

Storytechnisch hat "Hostel 2" gegenüber dem Vorgänger einige wichtige Elemente dazubekommen, aber wieder scheitert Roth daran, sie richtig zu nutzen. Die abgründigsten Figuren sind Stuart und Todd, doch bekommen sie zu wenig Raum. Die Motive dieser zwei im Grunde erzkonservativen Amerikaner zu erkunden und nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, hätte bestimmt mehr Schrecken verbreitet als jede weitere Umdrehung einer Daumenschraube. Stattdessen sind die Opfer wieder die Hauptcharaktere, und wieder schafft Roth keine Identifikationsfiguren. Zwar sind die drei Frauen nicht so unerträglich debil und nervtötend wie die notgeilen Jungs aus Teil eins. Aber interessant sind die Mädels auch nicht. Natürlich gibt es besonders im Horrorgenre viele Beispiele, wie man mit schlecht geschriebenen und klischeebeladenen Figuren wenigstens spannende Unterhaltung erzeugen kann. Auch das gelingt "Hostel 2" nicht. Zu dumm, um als böser Kommentar zum "Mit Geld lässt wirklich alles kaufen"-Kapitalismus durchzugehen. Zu bemüht ernsthaft, um als überzogene Splatter-Satire zu funktionieren. Zu bemüht lustig, um eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Der Film schlingert umher wie jemand, der barfuß versucht, das von lauter Kunstblut glitschige Filmset zu überqueren. So verliert "Hostel 2" - wie sein Vorgänger - jede Kraft. Statt Grauen und Spannung herrschen Desinteresse und Langeweile. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hat dafür gesorgt, dass der Film trotz seiner Freigabe "ab 18" um fünf Minuten gekürzt in die deutschen Kinos kommt. Dabei hinterlassen sogar die gezeigten Gewaltexzesse keinen Eindruck. Diese Tatsache ist der eigentliche Schocker.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(