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"Lost in Translation": Schlaflos in Tokio

Wer die Augen kaum aufhalten kann, sieht manchmal Wunderbares: "Lost in Translation" - eine Komödie über Jetlag, Liebe und andere Missverständnisse.

Schon seit Minuten schreit der Japaner. Seine hektischen Wortkaskaden schießen in den Raum wie Sturzflieger auf Pearl Harbor, jede Silbe klingt irgendwie nach Samurai. Die Übersetzerin duckt sich neben dem Star aus Amerika, der kein Wort versteht und den schreienden Regisseur starr vor Schreck beobachtet. Die Übersetzerin nickt und nickt und haucht ihm schließlich ins Ohr: "Sie sollen Ihren Text... intensiver sprechen..."

Verunsichert blickt er sie an. "Das war alles?!" Die Übersetzerin nickt heftig. Der Wortschwall des Japaners mündet indes in einem gellenden "Action!", und da setzt sich der Star aus Amerika in seinem Sessel zurecht, blickt in die Kamera und raunt mit samtiger Mitternachtsstimme: "Suntory Whisky... zur Entspannung."

Waren Kulturschocks schon immer so komisch? Erwuchs aus Missverständnissen stets so tiefe Melancholie? Als "Meisterwerk" wird jetzt schon der Spielfilm der amerikanischen Regisseurin Sofia Coppola gefeiert, in dem ein ergrauender Hollywood-Star nach Tokio fährt, um einen hoch bezahlten Werbespot zu drehen, und dort in der gedämmten Hölle seines Jetlags landet. Wenn er nicht gerade von einer übereifrigen japanischen Delegation zum Drehen geschleift wird, verbringt er die Zeit übermüdet in seinem Hotelzimmer oder an der Bar und versucht, die zwei Welten miteinander in Einklang zu bringen - seinen uramerikanischen Pragmatismus und die japanische Etikette, seinen Zynismus und die Demut seiner Gastgeber, seine Einsamkeit und das Menschengewimmel um sich herum.

Als er einmal im Aufzug des kühlen Luxusbunkers "Tokyo Hyatt" fährt, mindestens einen Kopf größer als die ihn umgebenden Japaner, hat er kurz Blickkontakt mit einer jungen blonden Frau, verloren hier wie er. Sie ist mit ihrem Mann, einem amerikanischen Szene-Fotografen, in der Stadt; er immer unterwegs und aufgedreht, sie allein gelassen und grüblerisch. Als sie einmal am Telefon von Freunden zu Hause in den Staaten gefragt wird, wie es so ist in Japan, lächelt sie: "Es ist toll", und Tränen laufen ihr übers Gesicht.

Aus der Begegnung dieser beiden Aus-der-Bahn-Geworfenen hat die Regisseurin und Drehbuchautorin eine furiose Komödie gezaubert. Nein: eine Tragödie mit Gags. Einen berührenden Film über so saure Angelegenheiten wie Einsamkeit und Älterwerden, bei dem man sich fast in die Hosen macht vor Lachen. "Lost in Translation" heißt das Wunderwerk, in dem nicht wirklich viel passiert und das doch grundsätzliche Fragen aufwirft.

Ist Genie vererblich, zum Beispiel. Oder: Warum werden Komödianten schauspielerisch eigentlich immer unterschätzt? Und auch: Kann man einen Film, der am 8. Januar anläuft, getrost als besten Film des Jahres loben?
Ja.
Auf alle Fragen.

In ihrem erst zweiten Spielfilm zeigt die 32-jährige Tochter des Kino-Schwergewichts Francis Ford Coppola eine unglaubliche künstlerische Sicherheit; sie sei praktisch auf Filmsets groß geworden, sagt sie wie zur Entschuldigung, und, ja, der Papa sei sehr stolz. Auch auf ihre Beharrlichkeit: Fünf Monate lang sprach sie dem Schauspieler Bill Murray auf den Anrufbeantworter, er solle die Hauptrolle übernehmen. Der Vater: "Ihre Anstrengungen zu beobachten war herzzerreißend. Die ganze Familie bangte mit." Sie sagt: "Bill zu verfolgen wurde mein Lebenszweck."

Sie wusste genau, dass nur die 53-jährige Comedy-Ikone diesen Superstar in der Sinnkrise spielen konnte - Murray mit seiner scheinbar unbewegten Miene, aus der Indignation, Erstaunen, Erheiterung und tiefe Traurigkeit zu lesen sind, wenn man nur genau hinschaut. Allein die Szene, in der ihm eine japanische Masseuse mit tollen Beinen, aber erbärmlichen Englischkenntnissen aufs Zimmer geschickt wird und er ihre Avancen schlicht nicht versteht (will sie jetzt, fragt er höflich, dass er ihre Beine ableckt oder ihre Strümpfe zerreißt?): Das ist so burlesk und grandios, dass der Mann, der sich im Verlauf des Films ein paar Mal so gründlich zum Affen macht, einen Oscar nur für sein Poker-Face verdient hätte.

Eine Liebesgeschichte? Natürlich. Aber doch ganz anders. Die beiden, die sich als Seelenverwandte erkennen, wollen sich eigentlich gar nicht verlieben, sie suchen etwas ganz anderes: eine Intimität, die nicht im Schlafzimmer beginnt oder endet. "Jeder war doch schon mal in so einer Situation", sagt Bill Murray. "Du triffst einen Fremden, der dich tröstet, und plötzlich fühlst du dich ihm näher und vertrauter als deinem langjährigen Partner. Leider endet das oft mit Sex und: Oh Gott, was machen wir jetzt? Wie kommen wir da wieder raus? Dieser Film handelt von zwei Menschen, die sich einander öffnen und doch den Rest ihres Lebens nicht vergessen. Das ist idealistisch, aber nicht unrealistisch, also so ähnlich wie der Weltfrieden."

Er grinst und ergänzt zufrieden: "Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich den Film anschaue. Man kommt aus dem Kino mit einem Lächeln auf dem Gesicht."

Matthias Schmidt

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(