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"Sie sind ein schöner Mann": Bauer sucht Frau mit Herz und Witz

Ein schrulliger Kleinbauer hat keinen Erfolg bei den Frauen. Nach dem Tod seiner Gattin braucht er schnellen Ersatz, sonst wächst ihm die Arbeit über den Kopf. Die junge Elena soll sein Problem lösen - und verdreht dem Grieskram gewaltig den Kopf.

Von Christof Müller

In Deutschland findet statistisch gesehen jeder dritte Landwirt keine Frau. Die RTL-Trash-Doku "Bauer sucht Frau" lieferte jüngst den Beweis, dass viele Damen sich die schwere Arbeit auf dem Hof nicht zutrauen. Ein französischer (Klein-)Bauer ist ebenfalls auf Brautschau, nachdem seine Frau durch Kurzschluss an der Melkmaschine plötzlich ums Leben kam. Er braucht schnellen Ersatz, bevor ihm die Arbeit über den Kopf wächst. Doch als schrulliger Glatzkopf hat es Aymé Pigrenet bei der Partnersuche schwer.

In Rumänien soll er mit Hilfe einer professionellen Heiratsvermittlung weiblichen Ersatz finden. Von den Frauen ist er nicht besonders begeistert. Sie hauchen ihm ihren Standardsatz "Sie sind ein schöner Mann" entgegen. Nur von der hübschen und robusten Elena ist Aymé angetan. Sie will ihm aus pragmatischen Gründen folgen und hofft auf ein neues Leben im Wohlstand. Auf seinem Hof in Frankreich beginnt ihr Zusammenleben mit gewaltigen Startschwierigkeiten. Die Neue hat Heimweh und die Geschichte droht zu kippen. Fast schon zu spät entdecken beide ihre Liebe.

Die Liebe auf Umwegen finden

Einfühlsam und komisch zeigt "Sie sind ein schöner Mann" mit Michel Blanc und der Neuentdeckung Medeea Marinescu in den Hauptrollen, wie schwer die Partnersuche auf dem Land sein kann. Gleichzeitig beweist Bauer Aymé, dass die Liebe auf Umwegen funktioniert. Der Film erzählt ein Märchen, einen Traum von Glück und Hoffnung, der sich für jeden erfüllen kann, wenn er nur Geduld genug hat zu warten. Und der teilweise schräge Humor sorgt immer wieder für (un-)gewollte Lacher.

Für Schauspielerin Isabelle Mergault wurde das Projekt "Sie sind ein schöner Mann" zum glücklichen Zusfalls-Erfolg. Sie hatte das Drehbuch nur geschrieben, weil sie mit den ihr angebotenen Rollen immer unzufriedener wurde. Mit der Landwirtschaft musste sich die 32-Jährige erst vertraut machen. Sie bekennt: "Bei diesem Dreh habe ich zum ersten Mal den Fuß in einen Hühnerstall gesteckt". Anstatt ihr Werk an einen Produzenten zu verkaufen, führte sie selbst Regie. Mergaults Debüt war für sie ein gelungener Sprung ins kalte Wasser.

In Frankreich lockte die rührende Bauer-sucht-Frau-Farce fast fünf Millionen Zuschauer in die Kinos. Der sanfte Streifen abseits des Mainstreams dürfte auch hierzulande gut ankommen.