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"Snow White & the Huntsman" im Kino: Charlize Theron im blutigen Jugendwahn

Herrlich böse: Charlize Theron verzaubert die Kritiker. Und das in ihrer wahrscheinlich niederträchtigsten Rolle als Stiefmutter von Schneewittchen.

Wir können auch anders, schreit dieser Film und erledigt mal eben die allgemein anerkannte Disney-Kuschelversion des Grimmschen Märchens "Schneewittchen". Zwar hat die Prinzessin immer noch Haut so weiß wie Schnee und Lippen so rot wie Blut, und die böse Stiefmutter hat immer noch ein Problem mit dem Spiegel, aber das war's denn auch schon mit der altbekannten Geschichte. Diese Prinzessin wird gefangen gehalten, vom perversen Bruder der Königin bedrängt, sie kämpft, sie schwitzt, sie blutet. Aber das größte und vor allem dankenswerte Novum dieses "Remakes" (ein Film, der den Titel als Neuerfindung wirklich mal verdient) ist die Rolle der Königin selbst.

Erstmals seit 200 Jahren (1812 haben die Brüder Grimm die Volkssage aufgeschrieben) geht es darum, WARUM diese Frau so hasserfüllt Jagd auf Schneewittchen macht, warum sie so verzweifelt nach Schönheit lechzt, dass sie dafür über Leichen geht. Das macht diesen schon wegen der Effekte sehenswerten Film erstaunlich aktuell. Jugend und Aussehen als Machtwerkzeuge, als Waffe und Verteidigung. So grausam (und in diesem Film sieht man das auch) und gleichzeitig so tragisch war die Königin noch nie. Und Charlize Theron spielt das so fulminant, dass Kristen "Bella" Stewart fast ein bisschen verblasst. Aber eben nur fast. Denn zum Glück können wir auch anders!

sal
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