HOME

"Swimming Pool": Bikini, ah, toll!

Sie ist Frankreichs neue Lieblingsnymphe. Und zeigt gern, was sie hat: Mit "Swimming Pool" schlägt Ludivine Sagnier jetzt hohe Wellen.

Die Suite im Berliner Hotel Adlon gleißt. Die Sommersonne wirft sich auf eine gegenüberliegende Glasfläche und von dort grell mitten in den Raum hinein. Man sieht nichts, aber auch gar nichts von Ludivine Sagnier. Nur Blendung, ein Strahlenkranz: Alles ist erleuchtet.

Und wie das passt. Seit ihrer Rolle an der Seite von Catherine Deneuve und Isabelle Huppert in "8 Frauen", der Erfolgskomödie vom vergangenen Jahr, und seit ihrem Doppel-Auftritt im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes, hat die Weltpresse das ganz große Spotlight auf die 24-jährige Französin gerichtet. Mediterrane Marilyn Monroe, Nachfolgerin der Bardot: Sie wurde in Lobpreis gehüllt wie in einen flauschigen Bademantel.

Den schien sie auch dringend nötig zu haben: In ihrem neuen Film "Swimming Pool", wieder von "8 Frauen"-Regisseur Francois Ozon, zeigt sie sehr viel nackte Haut. Ludivine ist Julie, die vernachlässigte und sinnenfrohe Tochter eines Verlegers, der ein Ferienhaus in der Provence besitzt. Dort will eine verknöcherte britische Schriftstellerin (Charlotte Rampling) in Ruhe an ihrem Buch arbeiten, Julies Ausschweifungen bringen jedoch alles durcheinander.

"Swimming Pool" ist kein Barbie-Film, sondern ein kluger Kunstkrimi, in dessen Verlauf die Wahrnehmung irgendwann einen Sonnenstich erleidet. Und Ludivine verkörpert glänzend die kleine Schlampe. Ihre schimmernde, gebräunte Haut, die lange, blonde Mähne überstrahlen selbst den südfranzösischen Sommerhimmel. Müsste man sie malen, man bräuchte nur eine Farbe: Gold.

Nur zur Erinnerung: In "8 Frauen" war Ludivine das burschikose Nesthäkchen in abstoßend grüner Klamotte. Frech, aber alles andere als verführerisch, es sei denn, man steht auf Frösche. Und plötzlich verwandelt sich die Kleine, die nur zur Schauspielerei fand, weil sie den von den Eltern verordneten Klavierunterricht zu fad fand, die lieber Theaterstunden belegte und im Alter von acht Jahren bei einem Vorsprechen fürs Kino entdeckt wurde, die mit elf bereits an der Seite von Gérard Depardieu alias Cyrano de Bergerac spielte - plötzlich verwandelt sie sich zum Sexsymbol, zu Frankreichs lichter Antwort auf Monica Bellucci.

Reden wir mit ihr also über das Nacktsein. Mademoiselle Sagnier, verkörpern Sie in Ihrer Rolle das Klischee des schamlosen französischen Mädchens? "Die Franzosen zeigen sehr gern ihre Körper. Die Amerikaner tun sich da schwer, dafür posieren ihre Schauspielerinnen und Sängerinnen halbnackt für Magazinfotos. Dabei ist es manchmal vulgärer, einen G-String zu tragen als gar nichts. Christina Aguilera? Widerlich!"

Angeblich hat sie für die Rolle der Julie sich trimmen und trainieren müssen. In ihrem Alter?! "Wissen Sie, "8 Frauen" war sehr erfolgreich, und wir wurden in die besten Restaurants eingeladen - überall Champagner und gutes Essen, ich aß und aß und wurde fett. Du fette Kuh, scherzte Francois. Also bezahlte er mir einen Fitnesstrainer, und ich musste mich zwei Monate lang mühsam wieder in Form bringen. Es war schrecklich."

Als Nächstes leiht Sagnier Kopf und Körper der Fee Tinkerbell, für ein Remake des Kinderklassikers Peter Pan. Nacktszenen mithin recht unwahrscheinlich. Leuchten wird sie trotzdem.

Matthias Schmidt

print