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Action! - Neu im Kino: Lebe lieber jetzt

Mit Seth Rogen über Krebs lachen? Robert Pattinson beim Scheitern zusehen? Oder doch lieber Catherine Deneuve singen hören? stern.de präsentiert die wichtigsten Filmstarts der Woche.

Von Sophie Albers

"50/50 - Freunde fürs (Über)Leben"

Kinotrailer: "50/50 - Freunde fürs (Über-)Leben"

Regie: Jonathan Levine
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen, Anjelica Huston, Anna Kendrick

Krebs und Komik gehen schwer zusammen. Trotzdem versucht Hollywood es mit einem Feel-good-Tumor-Film. Das geht manchmal gut: zum Beispiel wenn Seth Rogen als guter Freund seinem krebskranken Kumpel (Joseph Gordon-Levitt) beisteht, indem er möglichst vernunftfrei herausposaunt, was er gerade fühlt und denkt. Und das tut er meist mit dem Schritt. Oder wenn die göttliche Anjelica Huston als hysterische Mutter zuerst gewaltig nervt, doch dann plötzlich liebenswert wird, weil man einen Blick dafür bekommt, was das Leben auch anderen Menschen antut. Schlecht wird es, wenn der Krebs zu einem Hindernis wird, das irgendwie überwinden muss, wie auf der Aschenbahn bei den verhassten Bundesjugendspielen. Leider ist diese Volkskrankheit mehr als eine Hürde. Und wenn am Ende alles gut wird, fühlt man sich ziemlich auf den Arm genommen, so als hätte man auch ein paar von den Haschkeksen gereicht bekommen. Angesichts "50/50- Freunde fürs (Über)Leben" kommt ein anderer Film zum Thema in Erinnerung: "Love Life" mit Carice van Houten. Dieser Film über eine kleine Familie, über die die Krankheit hereinbricht, ist so viel ehrlicher, dass auch das Lachen ein wahres wird. "50/50" lässt sein Publikum den Tod kurz vergessen. "Love Life" versöhnt mit dem Leben. Und das macht die Menschen stärker!

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"Bel Ami"

Kinotrailer: "Bel Ami"

Regie: Declan Donnellan, Nick Ormerod
Darsteller: Robert Pattinson, Uma Thurman, Kristin Scott Thomas

Machen wir es kurz und schmerzlos: Zumindest in "Bel Ami" ist Robert "Edward" Pattinson einfach kein guter Schauspieler. Die Geschichte eines Emporkömmlings, der sich im Paris Ende des 19. Jahrhunderts - als korrupte Politiker und Journalisten gleichermaßen einen Krieg anzetteln wollen - wortwörtlich hochschläft, wird allein von den grandiosen Frauen getragen: Kristin Scott Thomas, Christina Ricci und Uma Thurman. Vor allem Thomas als eingestaubte und dann aufgeweckte Biederfrau spielt alle anderen an die Wand. Und dann ist da dieses Zahnproblem. Vielleicht auf Grund seiner "Twilight"-Vergangenheit bleckt Pattinson zum Lächeln immer wieder die obere Zahnreihe. Und das geht zur Zeit noch mit Enttäuschung einher, wenn dann keine Fangzähne zu sehen sind. Ein, zwei gute Augenblicke hatte der 25-Jährige, aber mehr eben nicht. Offensichtlich muss er sich erstmal ent-"Edward"-en. Er ist ja noch jung.

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"Die Liebenden - Von der Last glücklich zu sein"

Kinotrailer: "Die Liebenden - von der Last glücklich zu sein"

Regie: Christophe Honoré
Darsteller: Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Ludivine Sagnier

Ach, Catherine Deneuve. In einem Allstar-Film - Deneuve, Tochter Chiara Mastroianni, Ludivine Sagnier und Louis Garrel - in der singenden Tradition von Christophe Honorés "Les Chansons d'amour" und natürlich auch dem Klassiker "Die Regenschirme von Cherbourg" hebt die grande dame des französischen Kinos zum Singen an - und natürlich geht es um die Liebe! Alte Liebe, neue Liebe, Vertrauen, Sex und Ehebruch. Und das alles einfach unendlich französisch!

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"Spy Kids 4D (3D)"

Kinotrailer: "Spy Kids 4D"

Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Jessica Alba, Jeremy Piven, Joel McHale

Man nehme Filme wie "Sin City" oder "Machete" und extrahiere alles, was Tarantinoesk brutal oder sexistisch ist. Jessica Alba, Danny Treyo und der krude Humor dürfen bleiben. Man addiere Antonio Banderas und "Aromascope", das die Zuschauer riechen lässt (4D). Schon steht man staunend vor dem vierten Teil des Robert-Rodriguez-Franchise' "Spy Kids". Jessica Alba gibt die Superspionin im Ruhestand und ihre Stiefkinder sind der Agentennachwuchs, der sich im Kampf gegen den Bösewicht Timekeeper" (Jeremy Piven) beweisen muss. Außerdem gibt es einen Roboterhund, einen ahnungslosen Ehegatten und eine Kotztütenschlacht. Für alle Kinder, die sich wünschen, dass ihre Eltern cooler wären. Oder andersrum.

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"Tomboy"

Kinotrailer: "Tomboy"

Regie: Céline Sciamma
Darsteller: Zoé Héran, Malonn Lévana, Jeanne Disson

Laure (Zoé Héran) ist zehn Jahre alt und zieht mit ihrer Familie in ein neues Zuhause in Paris. Das Mädchen nutzt den Neuanfang, um sich anderen Kindern als Junge vorzustellen. Michael spielt Fußball, rauft sich und ist sogar in eine Spielkameradin verliebt. Zuhause bei seiner Familie wird er dann wieder das Mädchen Laure. Einen Sommer lang genießt das Kind seine Freiheit. Mit beeindruckender Besetzung nimmt der französische Film sich leichtfüßig des Themas sexuelle Orientierung an. Absolut sehenswert!

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