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"Walküre"-Premiere: "Weihnachten will man Hitler tot sehen"

Die PR für "Walküre" war von Anfang an schrill - im Guten wie im Schlechten. Dagegen war die Weltpremiere des Films über den Hitler-Attentäter Stauffenberg in New York fast zurückhaltend. Tom Cruise feierte mit Stars, ein paar Fans und Scientology-Gegnern.

Nach dem Tumult im Vorfeld hätte man mehr erwartet. Tom Cruises Film "Walküre", über Claus Schenk Graf von Stauffenbergs Attentat auf Hitler, war bereits verrissen und gelobt worden, bevor auch nur eine Szene zu sehen war. Für die Amerikaner war es "ein weiterer Nazi-Film", für die Deutschen eine drohende Geschichtsklitterung, und dann auch noch mit dem berühmtesten Scientologen der Welt in der Hauptrolle. Stauffenberg-Sohn Berthold forderte, der Schauspieler solle "die Finger von seinem Vater lassen", während sich "Das Leben der Anderen"-Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck vor Begeisterung kaum halten konnte und verkündete, der Film tue mehr für das Ansehen Deutschlands als "zehn Fußball-Weltmeisterschaften".

Die Premiere war gegen diesen Tumult eher zurückhaltend. Nicht in einem großen Premierenkino, sondern in einem kleineren Saal des New Yorker Lincoln Center am Broadway präsentierten Cruise und Regisseur Bryan Singer ihr Helden-Spektakel der Öffentlichkeit. Mit dabei waren die Co-Stars Carice van Houten, Kenneth Branagh, Bill Nighy und Tom Wilkinson. Auch die deutschen Mitspieler Christian Berkel und Thomas Kretschmann waren angereist. Sebastian Koch begleitete seine Freundin van Houten, Cruises Gattin Katie Holmes zeigte sich dagegen nicht auf dem roten Teppich, sie wartete im Kinosaal.

Scientology-Gegner hinter Gitter

Vor dem Theater standen neben den Journalisten und Fotografen, die fürs Kommen bezahlt werden, auch ein paar Dutzend Fans im Nieselregen. Allerdings waren es Scientology-Gegner, die für den Premierenlärm sorgten, als sie durch ein Gitter abgeschirmt gegen Cruise protestierten.

Der grinste sich jedoch teflonglatt wie immer durch den Abend und nannte seinen Film über die Wehrmachtsoffiziere, die am 20. Juli 1944 vergeblich versuchten, Hitler mit einem Sprengsatz zu töten, "einen zeitlosen Thriller". Ob er damals auch in den Widerstand gegangen wäre? "Wir alle hoffen, dass wir es getan hätten". "USA Today" zitiert den "Mission Impossible"-Star auch noch mit dem verqueren Satz: "Weihnachten will man Hitler tot sehen". Das klappt im Film bekanntermaßen zwar nicht, aber die Premieregäste waren trotzdem begeistert.

Die Kritik ist sich derweil bis auf ein paar Ausreißer einig: Tom Cruise hat solide Arbeit abgeliefert, wie immer eben. Nur spielt Hollywoods Strahlemann diesmal einen Nazi.

In den USA ist "Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat" ab dem 25. Dezember zu sehen. In Deutschland kommt der Film am 22. Januar 2009 in die Kinos

sal