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"Wetten dass..?": Keine Chance für Gottschalk

"Wetten, dass..?"-Moderator Gottschalk verlor gestern seine Saal-Wette und wollte seine Wettschuld mit einer Rede im Bundestag einlösen. Politiker sind erbost: Der Bundestag ist keine Showbühne.

"Wetten, dass..?"-Moderator Thomas Gottschalk soll im Bundestag reden - doch er wird seine verlorene Saal-Wette wahrscheinlich gar nicht einlösen können: "Dagegen steht die Geschäftsordnung des Bundestags", sagte Parlamentssprecher Hans Hotter am Sonntag. Auch Politiker lehnten den Auftritt ab. Mehr als 14 Millionen TV-Zuschauer waren bei der ZDF-Show Zeuge, wie es den Bewohnern der Gastgeberstadt Graz gelang, den Hauptplatz in ein riesiges Fitness-Center zu verwandeln - und Gottschalk damit die Wettschuld anzutragen.

Die geplante Rede im Bundestag aber stieß auf Kritik seitens der Politik. Der Sprecher von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Wolfgang Wiemer, sagte im Kölner "Express" (Montagausgabe): "Dafür müsste sich Gottschalk erstmal wählen lassen, sonst hat er kein Rederecht." Grünen-Politiker Volker Beck erklärte im selben Blatt: "Wir haben so schwere Probleme zu lösen und keine Zeit für solche Ansinnen. Da muss er sich eine andere Plattform suchen."

Ähnlich äußerten sich der SPD-Politiker Michael Müller und Norbert Lammert (CDU). Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm wird im "Express" zitiert: "Ich mag Gottschalk ja, aber im Bundestag geht es um existenzielle Fragen."

In seiner Sendung begrüßte Gottschalk wieder prominente Gäste, darunter den früheren Tennisstar Boris Becker. Der 35-Jährige, dessen Autobiografie in diesen Tagen erscheint, war ohne Exfrau Barbara erschienen: Sie hatte laut "Bild am Sonntag" eine Einladung zu der Show aus Verärgerung über das Buch ihres geschiedenen Mannes abgelehnt.

Gottschalk und George verwickelten sich sofort in ein Streitgespräch

Fast ein kleiner Skandal kündigte sich mit dem Auftritt von Götz George an, der mit Filmpartnerin Christiane Hörbiger erschien. Gottschalk und George, die vor fünf Jahren schon einmal aneinander geraten waren, verwickelten sich sofort in ein Streitgespräch, das in dem Satz des Moderators gipfelte: "Dann bleib nächstes Mal halt zu Hause." Gottschalk beendete die Szene mit einem Scherz: "Wir haben nur geschauspielert."

Weitere Wettpaten waren Herbert Grönemeyer sowie Naomi Campbell und Mutter Valerie, außerdem Justin Timberlake, der auch im Showprogramm auftrat. Die im siebten Monat schwangere Sarah Connor unterhielt die Zuschauer ebenso wie die Gruppe Simply Red und Tenor Luciano Pavarotti.

Wettkönig wurde ein 21-jähriger Kölner, dem es drei Mal gelang, eine bestimmte Grammzahl Joghurt aus einem Becher zu löffeln und den geforderten Wert genau zu treffen. Allein in Deutschland verfolgten nach ZDF-Angaben 14,69 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 46,5 Prozent) die Show.