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Berlinale-Eröffnung: "Film ab"

In Berlin hat Staatsministerin Christina Weiss die internationalen Filmfestspiele offiziell eröffnet. Die Stars des Abends waren Kristin Scott Thomas und Joseph Fiennes.

Von Florian Güßgen

Der rote Teppich, Blitzlicht, internationale Stars: Mit der Aufführung des Forscherdramas "Man to Man" des französischen Regisseurs Régis Wargnier hat am Donnerstagabend die 55. Berlinale begonnen. Im Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz wurden die internationalen Filmfestspiele von Kulturstaatsministerin Christina Weiss offiziell eröffnet.

Stars des ersten Abends waren Kristin Scott Thomas und Joseph Fiennes, die Hauptdarsteller in "Man to Man". Am roten Teppich jubelten Hunderte Fans vor allem Thomas zu, die an der Seite von Josephs Bruder Ralph Fiennes in dem Drama "Der Englische Patient" ihren größten Erfolg gefeiert hatte.

Rosa von Praunheim als Leopard

Ansonsten war das Staraufgebot am ersten Abend der Berlinale eher mau. Jerry Lewis war da, Tilda Swinton und Natasha Richardson wurden gesehen, auf deutscher Seite blieben Hannelore Elsner und Regisseur Wim Wenders noch die bekanntesten Gesichter. Modisch fiel vor allem Regisseur Rosa von Praunheim auf, der in einem schrillen Leopardenkostüm erschien.

Gedämpft wurde die Stimmung durch einen Trauerfall. Festival-Chef Dieter Kosslick, der das Programm moderierte, hatte kurz der Veranstaltung vom Tod eines französischen Filmproduzenten erfahren, mit dem er eng befreundet war.

Eröffnungsfilm kann nicht überzeugen

Gedämpft blieben auch die Reaktionen auf den Eröffnungsfilm. "Man to Man" erzählt die Geschichte der Pygmäen Toko und Likola, die im Jahr 1870 von einem Forscher-Trio nach Schottland entführt werden. Die Wissenschaftler glauben, mit dem Pygmäenvolk jene Spezies gefunden zu haben, die das biologische Bindeglied in der Entwicklung vom Affen hin zum Mensch darstellt.

Während seine Kollegen das halbwüchsige Pärchen im nur scheinbar zivilisierten Europa wie Tiere behandelt, beginnt Jamie Dodd (Joseph Fiennes), eine Beziehung zu den "Forschungsobjekten" aufzubauen, sie als Menschen zu behandeln. Dadurch gerät er unweigerlich in Konflikt mit seinen Forscherfreunden, aber auch dem vorherrschenden Menschenbild seiner Zeit. Es entspinnt sich eine eher schwülstige Geschichte, voller Irrungen und Wirrungen, in deren Verlauf der Regisseur Wargnier vor keinem Klischee zurückschreckt.