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BRUCE WILLIS WILL KEIN ACTION-HELD MEHR SEIN: In Zukunft nur noch »Die Soft«

Bruce Willis will angesichts der Terroranschläge von New York keine Action-Helden mehr mimen. Auch an den Kinokassen in den Ballungszentren hinterlässt der Terror seine Spuren.

Bruce Willis soll geschockt von den Terroranschlägen in den USA geschworen haben, er werde nie wieder einen Action-Held spielen. »Alles, was jemals in Hollywood gedreht wurde, ist nicht zu vergleichen mit dem, was hier am 11. September geschehen ist. Ich kenne Leute, die in der Tragödie umgekommen sind. Ich will kein Action-Hero mehr sein. Alles was ich will, ist Leute zu unterhalten«, sagte Willis laut »imdb.com«. Schon in seinen letzten Filmen ist der Schauspieler von seinem früheren Image etwa aus der »Stirb langsam«-Reihe abgerückt und hatte anspruchsvollere Rollen übernommen, wie zum Beispiel in »The Sixth Sense«.

Wenig Kinobegeisterung in den Zentren

Aber nicht nur bei Bruce Willis hinterlassen die Terroranschläge ihre Spuren. Zu den Opfern der am Wochenende in den USA neu aufgeflammten Terrorismusfurcht gehören auch Hollywoods Filmproduzenten. Die Kino-Einnahmen selbst für neue Filme blieben nach Studioangaben vom Sonntag deutlich hinter den Erwartungen zurück. Vor allem in den großen Ballungsräumen der Ostküste New York, Boston, Philadelphia und Washington blieben viele Kinos weitgehend leer, nachdem am Freitag in New York ein weiterer Fall von Ansteckung mit Anthrax durch ein per Brief empfangenes Pulver bekannt geworden war.

Dadurch hatte zum Beispiel der neue Bruce-Willis-Thriller »Bandits« in kleineren Städten in Texas mehr Zuschauer als in der Kino-Hochburg New York mit ihren rund acht Millionen Einwohnern. Landesweit spielte der Film bis Sonntag 13,5 Millionen Dollar ein. Die Produktionskosten hatten demgegenüber bei knapp 80 Millionen Dollar gelegen. In »Bandits« agieren Willis und Billy Bon Thornton, assistiert von Cate Blanchett, als Gentleman-Gangster. Sie rauben nur Banken aus, die gut versichert sind, damit die Spareinlagen der kleinen Leute nicht verloren gehen.

Zweikampf um die Spitze der US-Kino-Charts

»Bandits« und der seit zwei Wochen laufende Polizei-Thriller »Training Day« machten sich mit fast gleich hohen Einnahmen den ersten Platz der US-Kino-Charts streitig. Nach den Studio- Schätzungen schafft »Training Day« mit 13,6 Millionen Dollar knapp die Führung. Denzel Washington spielt darin einen korrupten mörderischen Cop, der nebenbei ein ganzes Schwarzen-Viertel in Los Angeles terrorisiert. Mit dem Mafia-Thriller »Corky Romano« (Platz 3) und dem asiatischen Kampfsport-Film »Iron Monkey« (Platz 6) erreichten zwei weitere Premieren die Top Ten. Vom zweiten auf den vierten Rang rutschte die romantische Komödie »Serendipity« mit John Cusack. Michael Douglas? Psychothriller »Dont? Say a Word« fiel in der dritten Woche nach der Premiere vom dritten auf den fünften Platz.