Entführungsopfer Natascha Kampusch Eichinger will "erzählen, was wirklich geschehen ist"


Erfolgs-Produzent Bernd Eichinger verfilmt den Entführungsfall Natascha Kampusch - mit dem Segen der heute 22-Jährigen. Der Streifen der Constantin Film soll 2012 in die Kinos kommen.

Das Martyrium der als kleines Mädchen entführten Österreicherin Natascha Kampusch kommt 2012 ins Kino. Wie Constantin Film und der Produzent Bernd Eichinger am Donnerstag in München mitteilten, wird ihre Geschichte ab kommendem Jahr verfilmt. "Viele einfühlsame Zusendungen der letzten Jahre haben mich dazu bewegt, mein Schicksal verfilmen zu lassen", erklärte Kampusch.

Eichinger ("Der Baader Meinhof Komplex", "Der Untergang", "Das Parfum") wird den Film für Constantin Film produzieren. "Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Natascha Kampusch uns das Vertrauen entgegenbringt," sagte Eichinger. Es gehe ihm darum, nach all den Spekulationen und Skandalen, zu erzählen, was wirklich geschehen sei.

Der Journalist und Dokumentarfilmemacher Peter Reichard, der Kampusch für die ARD-Reportage "Natascha Kampusch - 3.096 Tage Gefangenschaft" über mehrere Monate hinweg interviewte, soll das Projekt und das Drehbuch mitentwickeln. Die Dreharbeiten sind für 2011 angesetzt. "Respekt, Einfühlsamkeit und absolute Seriosität sind, neben der künstlerischen Herausforderung, die unabdingbaren Voraussetzungen für ein solches Filmprojekt", erklärte Reichard.

Kampusch war zehn Jahre alt, als der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil sie 1998 auf dem Schulweg entführte. Achteinhalb Jahre lang hielt er sie in einem unterirdischen Verlies gefangen. Nachdem ihr 2006 die Flucht gelang, nahm sich Priklopil kurz danach das Leben.

APN/DPA DPA

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