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FILMDOKUMENT: »9/11«

Die BBC hat jetzt in den USA einen Dokumentarfilm über den Terroranschlag vom 11. September veröffentlicht. Zur Erstaufführung gab es reichlich Lob.

Ein Dokumentationsfilm mit Aufnahmen aus dem brennenden World Trade Center ist bei seiner Erstaufführung in den USA mit reichlich Lob bedacht worden. New Yorker Feuerwehrleute hoben am Montag vor allem die Feinfühligkeit hervor, mit der der Fernsehsender CBS den heiklen Stoff behandelte. CBS hatte den Film mit dem Titel »9/11« in der Nacht zuvor ausgestrahlt, sechs Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September. Appelle von Hinterbliebenen, den Sendetermin ein halbes Jahr zu verschieben, um nicht frische Wunden aufzureißen, hatte der Sender ausgeschlagen.

»Die Hölle auf Erden«

Der Film zeigt das Chaos im nördlichen Zwillingsturm nach dem Einschlag des von Terroristen entführten Flugzeuges bis zum Einsturz des 110 Stockwerke hohen Wolkenkratzers ein und eine dreiviertel Stunde später. Es war »die Hölle auf Erden«, beschreibt der in New York ansässige Schauspieler Robert De Niro das Inferno in einem Eingangskommentar zum Film.

Aufnahmen von zwei französischen Jungfilmern

Dessen Aufnahmen stammen von zwei französischen Jungfilmern, Jules und Gedeon Naudet, die das Porträt eines angehenden New Yorker Feuerwehrmannes drehten und sich zur Zeit des Attentats in der Nähe der Twin Towers aufhielten. Ihr Videomaterial sei ein »einzigartiges historisches und persönliches Zeugnis«, hebt De Niro am Ende der Sendung hervor. Es dokumentierte die Stärke und den eisernen Willen von Männern, andere Menschen unter dem Einsatz des eigenen Lebens zu retten. Unter den 2800 Opfern des WTC-Attentats waren 343 »Retter« aus den Reihen der Feuerwehr.

Das Material der Naudets ist das einzige, das von den letzten Minuten in den Zwillingstürmen existiert. Es zeigt Feuerwehrleute auf dem Weg in das Inferno und andere, denen die Flucht aus den oberen Stockwerken gelang. Doch es verzichtet darauf, Verletzte oder Tote zu zeigen. »Vielleicht ist es Zensur, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand so etwas sehen muss«, kommentiert Jules Naudet, als er die Kamera von zwei brennenden Menschen abwendet.