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Filmproduktion: Bruno Ganz als Hitler

Bruno Ganz zögerte zunächst, doch als er aus der Maske kam, gab's kein Zurück mehr: Er wird Hitler in der von Eichinger und Hirschbiegel geplanten Verfilmung der letzten Tage des NS-Regimes spielen.

Mit Bruno Ganz in der Rolle Hitlers verfilmen Bernd Eichinger (Drehbuch) und Oliver Hirschbiegel (Regie) die letzten Tage des NS-Regimes. Die Dreharbeiten für den Film "Der Untergang" nach dem gleichnamigen Bestseller von Joachim Fest und den Aufzeichnungen von Hitlers Sekretärin Traudl Junge "Bis zur letzten Stunde" beginnen im August, der Kinostart soll im September 2004 sein, sagte Constantin-Chef Eichinger am Mittwoch in München.

Bruno Ganz habe zuerst Zweifel gehabt, ob er die Rolle des "Führers" spielen wolle. "Dann waren wir alle erschrocken, als Bruno Ganz nach einer halben Stunde aus der Maske kam und wie Hitler sprach und aussah", meinte Hirschbiegel. Nun müsse er die Rolle wohl spielen, kommentierte Ganz selbst. In weiteren Rollen sind Juliane Köhler als Eva Braun, Corinna Harfouch als Magda Goebbels, Ulrich Noethen als Himmler und Alexandra Maria Lara als Traudl Junge zu sehen.

Schon seit 20 Jahren hat Eichinger sich für das Thema interessiert, es fehlte aber die zündende Idee, es filmisch umzusetzen. Nach der Lektüre von Joachim Fests "Der Untergang" und der Tagebuch-Aufzeichnungen von Hitlers Sekretärin Traudl Junge "Bis zur letzten Stunde" wusste er, es sollte ein Film über die letzten Stunden der zusammenbrechenden Nazi-Diktatur werden.

"Mit Hitlers Selbstmord war das Regime noch nicht zu Ende", so Eichinger bei der Präsentation des Projekts in München. Die Kämpfe und das Sterben in den Straßen hätten noch Tage lang angedauert. Dem Drehbuch-Autoren schwebt vor, aus dem "rasenden Strom" von "wahnsinnigen" Ereignissen einen "epischen, großen Spielfilm" zu machen.

"Authentizität ist das oberste Gebot.", so Eichinger. Zur Zeit des unaufhaltsamen Einmarsches der Roten Armee in Berlin sollen die Geschehnisse in den NS-Bunkern im Mittelpunkt stehen, die sich zwischen dem 20. April 1945, Hitlers letztem Geburtstag, und dem 2. Mai 1945 abspielten.

Gedreht werden soll zum Teil in St. Petersburg. Dort gebe es noch ganze Straßenzüge, die sehr authentisch seien, sagte Eichinger. Die Zerstörungen Berlins in den letzten Kriegstagen könnte man dort sehr gut rekonstruieren. Doch nicht nur die Außenaufnahmen machten das Filmprojekt zu einem extrem teuren Unternehmen. "Mit 13,5 Millionen Euro sind wir an unsere finanziellen Grenzen gegangen", sagte Eichinger. Ohne die Unterstützung der ARD wäre das Projekt nicht zu Stande gekommen. "Es ist kein Film über Hitler, sondern über die letzten Tage des Regimes - als buchstäblich kein Stein mehr auf dem anderen stand", sagte Eichinger.