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Tesla-Chef: "Apple ist Teslas Friedhof" - wie Elon Musk sein Bad-Boy-Image pflegt

Er kifft vor der Kamera und bemüht Hitler-Vergleiche, um seine Kritiker anzugreifen: Elon Musk ist der Bad Boy der Autobranche. Und das aus purer Absicht, denn er tut viel, damit er sein Image behält. Ein Überblick seiner verbalen Attacken.

Elon Musk, der Bad-Boy einer ganzen Branche

Elon Musk, der Bad-Boy einer ganzen Branche

AFP

Der Buchhaltungschef: weg! Nach nur einen Monat im Amt hat Dave Morton bei Tesla in den Sack gehauen. Die Personalchefin: weg! Gaby Toledo kehrt nach einer Auszeit offenbar nicht ins Unternehmen zurück. Einzelfälle? Nein, das sind nur zwei von zahlreichen Führungskräften, die bei Tesla kurz angeheuert hatten und schnell wieder weg waren – oder gefeuert wurden. Und der, höflich formuliert, höchst eigenwillige Boss sitzt während dieser Ereignisse in einem Fernsehstudio und zieht an einem Joint, den ihm der Moderator angeboten hat. Das war am 7. September. Musk nahm an einem zweieinhalbstündigen YouTube-Interview mit dem Comedian Joe Rogan teil, der den Glimmstengel als eine Mischung aus Tabak und Marihuana beschrieb. Musk zog zwar nur einmal daran, aber er inhalierte – und hat sich hinterher köstlich über jene Spießer amüsiert, die ihn deswegen kritisiert haben. Dass er auf diese Weise sein von ihm offenbar geliebtes Bad-Boy-Image pflegt und zementiert, weiß er sicher. Mutmaßlich sind diese Ausraster volle Absicht, weil er das Bild eines üblichen Wirtschaftskapitäns zertrümmern und genau deswegen provozieren will. 

Kürzlich hat er sogar Adolf Hitler für seine Zwecke eingesetzt. Hintergrund für dieses eklatanten Ausraster ist Musks diebische Freude daran, all jene Investment-Banker und Fondsmanager zu verkackeiern, die kurz vor Bekanntgabe des Tesla-Ergebnisses für das zweite Quartal 2018 skeptisch waren, ob die Geschäftszahlen des Elektroautobauers denn endlich daraufhin deuten, dass es in diesem Jahr erstmals in der Unternehmensgeschichte schwarze Zahlen geben könnte. Dazu verbreitete Musk via Twitter eine Schlüsselszene aus dem deutschen Kriegsdrama "Der Untergang", in der Hitler, gespielt von Bruno Ganz, im Führerbunker von seinen Generälen über die aussichtslose Lage im Kampf um Berlin unterrichtet wird. Die Tesla-Version verwendet die Original-Tonspur, in der Hitler mit seinen Generälen die Kriegstaktik diskutiert. Die englischen Untertitel weichen allerdings vom Original ab und stellen den Kontext zu einer Besprechung von zum Teil namentlich genannten Hedgefondsmanagern (James Chanos, David Einhorn und Mark Spiegel) her, die auf fallende Kurse bei dem Autobauer gesetzt haben und nun schwere Verluste hinnehmen müssen.( Wer möchte, kann sich die Hitler-Sequenz im Netz hier anschauen.

Elon Musk schickt Tesla auf Aktien-Achterbahnkurs

Die Quittung für solche Mätzchen und Musks teils höchst seltsame Personalpolitik sind nicht nur jede Menge Watsch’n in den US-Medien. Solch ein Gebaren schlägt sich auch im Aktienkurs nieder, der ständig Achterbahn fährt. Mal nähert der sich wieder der 300-Euro-Marke, mal rutscht er auf deutlich unter 250 Euro. Nicht zuletzt wegen solcher Sprünge und auch wegen der zunehmenden verbalen Verirrungen werden die Rufe nach Musks Ablösung immer lauter. Oder die Forderung nach einem Stellvertreter, der unter dem als Despoten verschrieenen Chef die Tagesarbeit machen soll. Gleichwohl ist nicht anzunehmen, dass in der Richtung schnell etwas passieren wird. Gehandelt werden wird wohl erst dann, wenn der Aktienkurs des Unternehmens auf Ramschniveau runtergerasselt ist. Man erinnere sich nur daran, als Musk vor ein paar Wochen von seinem (schnell wieder beerdigten) Vorhaben lauthals albträumte, von der Börse zu nehmen und jedem Aktionär etwa 450 Dollar pro Aktie zu bieten. Nur, weil der Herr nichts mehr mit lästigen Spekulanten und renitenten Analysten zu tun haben wollte, die unangenehme Fragen stellen und wissen wollen, wann Bitteschön der Laden endlich Geld verdienen wird. Für alle, die es interessiert, wie der Exzentriker Musk zu verschiedenen Themen tickt, haben wir Zitate aus den letzten fünf Jahren zusammengestellt und nach Sachgebieten sortiert, die zumindest einen Eindruck darüber geben, was in seinem Kopf so abgeht:

Über Tesla:

"Da Tesla in den fast 15 Jahren seines Bestehens noch keinen Jahresgewinn gemacht hat, ist unsere Motivation offensichtlich nicht der Profit."

"Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein.“

“Wenn unsere Wachstumsrate in den kommenden Jahren so hoch bleibt, meine ich, wenn es so weitergeht, wird Tesla auch volumenmäßig das größte Automobilunternehmen der Welt sein.” 

Über das Arbeitsklima:

" ist Teslas Friedhof. Wenn Du es bei Tesla nicht schaffst, arbeite halt bei Apple."

Über seine politische Einstellung:

"Übrigens, ich bin eigentlich Sozialist. Der wahre Sozialismus sucht Freundlichkeiten, die gut für alle sind."

Über die robuste Windschutzscheibe des geplanten Elektro-Lkw:

„Sie übersteht eine Atomexplosion - oder Sie bekommen Ihr Geld zurück.“

"Er (der Lkw) kann sich in einen Roboter verwandeln, Aliens bekämpfen und einen verdammt guten Latte Macchiato machen."

Über den Tod:

"Ich würde gern auf dem Mars sterben. Aber nicht bei der Landung."

Über seine Arbeitsauffassung:

"Wenn keine Fehler passieren, bist Du nicht innovativ genug."

Über persönliches:

"Um ein peinliches Geständnis zu machen: Ich liebe Videospiele. Dadurch bin ich zum Programmieren gekommen, als ich ein Kind war. Ich wollte Geld verdienen, um einen besseren Computer zu kaufen und bessere Videospiele zu spielen – da ging es nicht um die Rettung der Welt."

Über Menschenführung:

"Mein größter Fehler ist vermutlich, zu sehr auf das Talent von Leuten zu schauen. Ich denke, es kommt darauf an, dass jemand ein gutes Herz hat.“

Über die Autoindustrie:

Bereits in zehn, aber "auf keinen Fall länger als 15 Jahren", werde sich in der Automobilindustrie der vollständige Wandel hin zu autonomen Fahrzeugen vollziehen. Die herkömmlichen Wagen würden dann nur noch aus "sentimentalem Gründen gekauft". 

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