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Götz George im stern "Mein Vater war immer der Leitwolf"


Er war erst acht, als sein Vater starb. Heinrich George ist wegen seiner Rolle in der Nazizeit umstritten. Für den Sohn Götz George aber war er immer das große künstlerische Vorbild.
Von Oliver Creutz und Stefan Schmitz

Götz George hat sich ein Leben lang nicht aus dem Schatten seines Vaters Heinrich George lösen können. Dem stern sagte er: "Er war immer der Leitwolf, der vor mir hergegangen ist." Götz war erst acht Jahre alt, als Heinrich George 1946 im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen verstarb. Ihm war vorgeworfen worden, an der Kampagne der Nazis zur Fortsetzung des Krieges mitgewirkt zu haben.

Götz George berichtete, er habe sich als Junge immer die Frage gestellt: "Warum leben die Kollegen des Vaters noch, er aber nicht?" Sein Bühnendebüt gab Götz George im Alter von elf, anschließend stellte er seiner Mutter die Frage: "War ich so gut wie Heinrich?"

Dem stern sagte er, er habe bald erkannt, dass er als Künstler seinen Vater nicht erreichen werde. Der Gedanke an Heinrich aber habe ihm oft geholfen: "Wenn ich in der Kulisse stand und vor dem Auftritt gezittert habe, dann sagte ich: 'Mensch, Alter, hilf' mir.'"


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