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Interview mit Florian David Fitz: "Ich bin einer von den vielen Zweiflern"

In "Jesus liebt mich" gibt Florian David Fitz sein Debüt als Regisseur - und steht selbst in der Rolle des Erlösers vor der Kamera. Aus der Kirche ist er allerdings schon vor einiger Zeit ausgetreten.

Erstmals hat Schauspieler Florian David Fitz ("Vincent will Meer") auch selbst Regie geführt. In der Komödie "Jesus liebt mich" (Kinostart 20. Dezember) ist der 38-Jährige der Erlöser höchstpersönlich. Zuerst habe er Bedenken gehabt, Jesus zu spielen, sagte Fitz. "Für die Rolle habe ich mich jetzt wieder ernsthafter mit der christlichen Botschaft auseinandergesetzt - ich kann Jesus ja nicht als Lachnummer spielen." Neben Fitz standen für den Film auch Jessica Schwarz, Henry Hübchen und Hannelore Elsner vor der Kamera.

Wie sind Sie auf diesen ungewöhnlichen Stoff gestoßen?

Florian David Fitz: "Der Stoff ist auf mich gestoßen. Ich war gar nicht von Anfang an im Boot. Produzent Nico Hofmann hatte die Rechte an dem Roman von David Safier und ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, diese Figur zu spielen. Da habe ich zuerst meine Bedenken gehabt. Dann wurde ich immer mehr in die Entwicklung des Drehbuchs involviert und schließlich gefragt, ob ich nicht auch Regie führen wolle."

Warum hatten Sie Bedenken, die Jesus-Figur zu spielen?

"Jesus ist ja keine neutrale Figur. Die Figur ist für viele Menschen sehr wichtig - entweder positiv oder negativ besetzt. Um die Geschichte erzählen zu können, mussten wir aus Jesus eine Filmfigur machen und sie zum Leben erwecken. Die Komödie entsteht bei uns ja dadurch, dass die Jesus-Figur als einzige ernst genommen wird und die ganze verrückte Welt auf sie prallt. Der Spaß an der Geschichte ist, dass wir die 2000 Jahre alte Idee einfach in die Gegenwart stellen und schauen, was passiert."

Glauben Sie an Gott?

"Ich bin katholisch aufgewachsen, bin dann aber aus der Kirche ausgetreten. Ich bin einer von den vielen Zweiflern. Für die Rolle habe ich mich jetzt wieder ernsthafter mit der christlichen Botschaft auseinandergesetzt - ich kann Jesus ja nicht als Lachnummer spielen. Und da habe ich wieder viele Ansatzpunkte für mich gefunden. Das hat mich wieder etwas versöhnt mit den Ideen des Glaubens."

Was würden Sie in Ihrem Leben ändern, wenn Sie wie Jesus Wunder vollbringen könnten?

"Wenn ich Wunder vollbringen könnte, dann würde ich nicht in meinem Leben anfangen, sondern bei größeren Problemen in der Welt."

Wie haben Sie es geschafft, so eine Starbesetzung für Ihr Regiedebüt zusammen zu bekommen?

"Es ist die Lust auf diese Figuren. In dieser eigentlich total absurden, abgefahrenen Geschichte steckt eine Komödie darüber, was es bedeutet Mensch zu sein - in allen Schattierungen. Jede einzelne Figuren kämpft da ihren eigenen Kampf, hat ihren eigenen Humor und ihre eigene Geschichte. Das mögen Schauspieler natürlich."

Wollen Sie dauerhaft ins Regiefach wechseln?

"Nein. Ich will mir das Regie führen für besondere Projekte aufheben, von denen ich sage: Das entspringt jetzt wirklich meinem Herzen."

Elke Vogel, DPA / DPA