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Interview: Pocher und die Krise

Skrupellose Banker, gierige Spekulanten: Comedian Oliver Pocher sieht in der grassierenden Wirtschaftskrise vor allem eine Bereinigung des Marktes. "Leute, die es einfach nicht verdient haben, verkacken jetzt", sagt Pocher. Mit dem stern sprach er über Krisen im Show-Geschäft und in der Weltwirtschaft.

Oliver Pocher lässt sich von der Wirtschaftskrise nicht einschüchtern. "Ich bin kein Freund des Schwarzmalens, ich versuche, auch in der Krise eine Chance zu sehen", sagt der Comedian in der neuen, an diesem Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern.

"Was wir erleben, ist eine gesunde Bereinigung des Marktes. Leute, die es einfach nicht verdient haben, verkacken jetzt. Wenn Menschen irgendwelche Aktienpakete gekauft haben und jetzt merken, dass die eigentlich gar nix wert sind, ist das halt Pech. Warum sollte der Staat da eingreifen?"

Er selbst habe bereits mit 13 Jahren sein eigenes Geld verdient. "Ich hab im Keller gearbeitet", so Pocher, 31, im stern-Interview. "Ich hab da Computerspiele nach Viren gescannt für einen Spiele-Verleih. Gab zehn Mark die Stunde."

Das Verhältnis der Deutschen zu Besserverdienern sieht Pocher kritisch: "Wenn man in jungen Jahren viel Geld hat, ist das in Deutschland schon mal verdächtig. Bei einer Polizeikontrolle kann ich drauf wetten, dass ich mit meinem weißen Q7 rausgewunken werde, könnte ja sein, dass ich noch drei Kilo Koks im Hintern habe oder sonst irgendwas Krummes gedreht habe. Wir leben in einer Neidgesellschaft", so Pocher zum stern.

       

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