HOME

Jack Palance: Der "Großstadtheld" ist tot

Oscar-Gewinner Jack Palance ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der US-Schauspieler mit dem markanten Gesicht ist vor allem mit seinen Rollen in den Filmen "City Slickers" und "Out of Rosenheim" ein Star geworden.

Der US-Schauspieler und Oscar-Preisträger Jack Palance ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 87 Jahren im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Montecito in Kalifornien, wie sein Sprecher mitteilte. Palance, der mehr als 40 Jahre lang vor der Kamera stand, war zuletzt unter anderem neben Marianne Sägebrecht in "Out of Rosenheim" und in "City Slickers - Die Großstadthelden" zu sehen.

Oscar für "City Slickers"

Für seine Rolle in "City Slickers" wurde er 1992 mit dem Oscar als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet. Lange Zeit sah sich der Mann mit dem markanten Gesicht zu seinem Leidwesen auf die Rolle von Bösewichten festgeschrieben. Sein Filmdebüt gab er 1950 als Mörder in "Panic in the Streets" ("Unter Geheimbefehl"). Es folgten Auftritte als Stalker in "Sudden Fear" (Eiskalte Rache) und als Revolverheld im Western-Klassiker "Shane", außerdem stand Palance als Jack the Ripper und Hunnenkönig Attila vor der Kamera.

Auf dem Höhepunkt seiner Filmkarriere zog er in die Schweiz. Nach sechs Jahren kehrte er jedoch in die USA zurück, weil er auch in Europa nur die Rollen bekam, "wegen derer ich Hollywood verlassen hatte". Rund 40 Jahre nach seinem ersten Film setzte sich Palance schließlich von dem Stereotyp ab.

"Das meiste, was ich tue, ist Müll"

In "City Slickers" spielte er Anfang der 90er Jahre als Raubein Curly zwar erneut einen bedrohlichen Charakter, diesmal kam aber auch die Komik nicht zu kurz. Für die meisten seiner Rollen habe er nur Verachtung übrig, sagte Palance einmal in einem Interview: "Das meiste, was ich tue, ist Müll." Auch an vielen Regisseuren, mit denen er arbeitete, ließ er kein gutes Haar. "Die meisten von ihnen sollten nicht einmal den Verkehr regeln", lästerte er.

Palance, der 1919 in Pennsylvania als Walter Jack Palahnuik geboren wurde, war das dritte von fünf Kindern ukrainischer Einwanderer. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei den Streitkräften studierte er Journalismus an der Universität Stanford, wo er der dortigen Schauspielgruppe beitrat. Unmittelbar vor dem Examen entschied er sich, die Schauspielerei zum Beruf zu machen. Neben Bühne und Film zählten die Malerei und das Verfassen von Lyrik und Prosa zu seinen Leidenschaften.

AP / AP