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Jessica Schwarz: "Ich will das Leben spüren"

Jessica Schwarz gilt als eine der großen Hoffnungen des deutschen Films. In der aktuellen Ausgabe von NEON erzählt sie von LSD-Tripps, einem inneren Sadomasochismus und ihrer täglichen Lust nach Abenteuer.

Frau Schwarz, Ihr letztes großes Abenteuer – Los! Erzählen Sie!

Schwarz: Das ... oje ... nee.

Bitte!

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Ich hatte für Dreharbeiten drei Wochen lang in einem Kölner Hotel gewohnt - wo der Weg auf die Toilette war: aus dem Bett, geradeaus, rechts die erste Tür. Dann musste ich dringend nach München und übernachtete im "Bayerischen Hof". Nachts musste ich zur Toilette. Ich also: verpennt aus dem Bett, geradeaus, erste rechts ... dann fiel die Tür hinter mir ins Schloß. Und ich stand auf dem Hotelflur.

Im Schlafanzug?

Ich schlafe nackt.

Oho.

Ich geriet sofort in Panik. Nackt auf dem Hotelflur! Vier Uhr morgens! Mein Gott! Auf dem Flur stand eine große Truhe ... ich spielte mit dem Gedanken, darin die Nacht zu verbringen, und öffnete sie. Ich fand eine Plastiktüte mit "Bayerischer-Hof"-Stickern. Kippte die Sticker über den Flur, boxte zwei Löcher in die Plastiktüte und benutzte sie als Unterhose. Jessica mit der Plastiktüten-Unterhose! Damit lief ich den Flur entlang, bis mich ein Mitarbeiter des Hotels entdeckte. Er: "Frau Schwarz? Was ist los?" Ich stammelte irgendwas, er versprach, schnell eine Zimmerkarte und einen Bademantel zu holen. Ich wartete. Und wartete. Der Typ kam ewig nicht wieder. Ich stand am Rande eines Nervenzusammenbruchs! Irgendwann lief ich den Gang weiter, bis zum nächsten Servicetelefon, rief die Rezeption an und schrie in den Hörer: "Ich bin im vierten Stock und habe ein immenses Problem..."

Bombengeschichte.

Tja. Danke.

Das war ein blöder Zufall. Wann haben Sie sich zuletzt absichtlich in ein Abenteuer gestürzt?

Vorgestern, bei Dreharbeiten um acht Uhr morgens. Eine bescheuerte Wette. Ich kann überhaupt nichts Scharfes essen, biss aber vor den Augen meines Kollegen Max Riemelt in eine rote Peperoni. Unfassbar scharf! Totaler Wahnsinn! Mir wurde schwarz vor Augen - und dann aß ich sie trotzdem ganz. Es hat Stunden gedauert, bis das Brennen in meinem Mund nachließ.

<zwiit>Warum diese Folter?

Ich wollte wissen, was mit mir passiert. In dem Moment geschah einfach nichts. Jeden Tag ein Abenteuer. Sonst ist das Leben langweilig.

Als kleines Mädchen haben Sie aus demselben Impuls Ihre Füße in die Speichen Ihres Fahrrades gesteckt und bei dem unvermeidlichen Sturz Ihre Vorderzähne verloren. Lernen Sie nicht dazu?

Mein Leben lang stelle ich mir solche Aufgaben. Früher habe ich mir nie über die Folgen Gedanken gemacht. Inzwischen denke ich immerhin ein bisschen nach. Aber dann mache ich es doch. Ich bin zu neugierig.

Erfüllt die Schauspielerei Ihre Sehnsüchte?

Ich habe mich unter die Suchenden begeben. Alle Schauspieler sind ständig auf der Suche, aber ständig stellt ihnen ihr eigener Anspruch ein Bein. Ich kann mir trotzdem nichts Besseres vorstellen.

Das vollständige Interview ist in der aktuellen Ausgabe von NEON nachzulesen, dem jungen Magazin vom stern

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