Deutsche Oscar-Hoffnung Kriegsdrama "Im Westen nichts Neues" geht an die Grenze dessen, was man ertragen kann

Felix Kammerer in "Im Westen nichts Neues"
Felix Kammerer in dem Film nach Erich Maria Remarques Bestseller über den Ersten Weltkrieg
© Reiner Bajo
Regisseur Edward Berger wollte den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs auf keinen Fall beschönigen. Er inszeniert ihn mit viel Gewalt, großartigen Schauspielern – und als einfach nur furchtbar. Anders als in amerikanischen Kriegsfilmen bleibt da für eine Heldengeschichte kein Platz. Für diesen Mut gab es nun neun Oscar-Nominierungen.

Beim Tod im Schützengraben bleiben nicht nur Fleisch und Blut zurück, sondern auch eine Hose, ein Hemd und ein Paar Schuhe. In Edward Bergers neuem Film über den Ersten Weltkrieg sind arme Schlucker zu sehen, die sie den Toten ausziehen. Frauen waschen die in Ballen gepackten Altkleider, flicken die Löcher in großen Nähereien; in einem reibungslos organisierten Prozess entstehen frische Uniformen für frische Soldaten. "Entschuldigung, die gehört schon wem", sagt schüchtern der Rekrut Paul Bäumer, als ihm eine Jacke mit fremdem Namensschild ausgehändigt wird. Der Mann an der Ausgabe reißt es routiniert ab. Und der 17-Jährige kann für Gott, Kaiser und Vaterland in den Krieg ziehen.

Mehr zum Thema

Newsticker