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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Martin Scorsese: Auch im siebten Anlauf gescheitert

Bei den diesjährigen Oscars setzte sich die lange Leidensgeschichte des Martin Scorsese fort. Auch seine siebte Oscar-Nominierung brachte nicht den erhofften Erfolg. Der Regisseur befindet sich allerdings in bester Gesellschaft.

Von Carsten Heidböhmer

Lange galt sein Film "Aviator" als großer Favorit für die diesjährige Oscar-Verleihung. Mit elf Nominierungen und zahlreichen Golden Globes war der Film über das Leben des Fliegers und Filmproduzenten Howard Hughes mit einigen Vorschusslorbeeren in die entscheidende Nacht gegangen. Doch am Ende stand Martin Scorsese mal wieder mit leeren Händen da. Zwar konnte der Film immerhin fünf Trophäen einheimsen - in den entscheidenden Kategorien bester Film und beste Regie gewannen jedoch andere.

Damit setzte sich bei den Oscars 2005 eine lange Leidensgeschichte fort: Martin Scorsese war zuvor bereits sechs Mal für den Regie-Oscar nominiert - und wurde sechs Mal übergangen. So muss einer der größten lebenden Regisseure Amerikas, der seit den 70er Jahren unermüdlich dreht und dabei Filmklassiker wie "Taxi Driver", "Wie ein wilder Stier", "Kap der Angst" oder "Goodfellas" produziert hat, noch immer auf die verdiente Anerkennung vonseiten der Film-Akademie warten.

Auch Hitchcock wurde übergangen

Zu sehr grämen sollte sich Martin Scorsese aber nicht. Immerhin befindet er sich in bester Gesellschaft. So namhaften Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick oder Ernst Lubitsch, die das Kino über Jahrzehnte prägten, ist diese Ehre ebenfalls verweigert worden. Wie man Scorsese kennt, wird er nicht lange Wunden lecken und sich gleich wieder in das nächste Filmprojekt stürzen. Das Energiebündel ist viel zu sehr Cineast, um sein Wohl einzig von Preisen abhändigt zu machen. So gilt für Scorsese: Nach den Oscars ist vor den Oscars - vielleicht klappt's ja mit dem nächsten Film.