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Stern Logo Acadamy Awards - Die Oscar-Verleihung

Fragen und Antworten

Falscher Film ausgerufen: Wie konnte das denn bitte passieren?

So eine schwere Panne hat es bei einer Oscar-Verleihung in 89 Jahren wohl noch nicht gegeben: Das Musical "La La Land" wird als bester Film ausgerufen. Doch dann die Korrektur: Das Drama "Moonlight" hat gewonnen. Was war da los?

"Moonlight"-Regisseur Barry Jenkins: Sein Film war dann doch der beste

"Moonlight"-Regisseur Barry Jenkins: Sein Film war dann doch der beste

Diese Oscar-Panne ist wohl einmalig: Beim letzten und wichtigsten Preis der Gala wird der falsche Film ausgerufen, nämlich das Musical "La La Land". Als die Panne bekannt wird und das Drama "Moonlight" den Preis als bester Film bekommt, sind die Stars im Saal in ebenso ratlos wie Millionen Zuschauer weltweit.

Was ist in den letzten Minuten der Show passiert?

Die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway präsentieren den Oscar für den besten Film. Er öffnet den roten Umschlag, liest das Kärtchen, stutzt, schaut nochmal in den Umschlag, liest erneut das Kärtchen und hält es dann seiner Kollegin hin. Dunaway liest laut: "La La Land". Während die Produzenten ihre Dankesreden halten, wird aber korrigiert: "Moonlight" ist der Gewinner.

Was stand denn genau auf Beattys Karte?

Auf Bildern der Show ist deutlich zu lesen, was auf dem Umschlag in Händen steht: "Actress in a leading role" - also Hauptdarstellerin. Auch Beatty erklärt, auf der Karte habe gestanden: "Emma Stone, La La Land". Es war also der Gewinner-Umschlag für diese Kategorie, nicht für die Kategorie bester Film.

Wann hat denn Emma Stone ihren Oscar gewonnen?

Direkt vor dem Auftritt von Beatty und hatte die 28-Jährige ihren Oscar in Empfang genommen. Und hinter der Bühne erzählte Stone: "Ich habe meine Gewinnerkarte die ganze Zeit in den Händen gehalten."

Wie kann das sein - gibt es tatsächlich zwei Gewinnerkarten mit dem Namen "Emma Stone"?

Ja, es gibt zu jeder der 24 Kategorien zwei identische Umschläge.

Warum ist das so?

Aus Sicherheitsgründen. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen ist für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen der mehr als 6600 Mitglieder der US-Filmakademie zuständig. Wenn dies geschehen ist, werden zweimal 24 Karten gedruckt und in Umschläge verpackt. Ein vollständiger Satz Umschläge kommt in eine spezielle Aktentasche von PwC-Mitarbeiter Brian Cullinan, der andere Satz kommt in die Tasche von PwC-Mitarbeiterin Martha L. Ruiz. Sollte eine Tasche abhanden kommen, hat man immer noch die zweite.

Und was passiert während der Oscar-Gala?

Die beiden PwC-Mitarbeiter stehen mit ihren Aktentaschen an der Seite der Oscar-Bühne - einer links, einer rechts. Je nachdem, von welcher Seite ein Laudator auf die Bühne kommt, nimmt er einen Umschlag von Ruiz oder von Cullinan entgegen. Damit es dabei nicht zu einem Durcheinander kommt, ist die Preiskategorie vorne auf dem roten Umschlag aufgedruckt.

Was ist diesmal schiefgelaufen?

Beatty und Dunaway haben trotz des Aufdrucks schlicht den falschen Umschlag erhalten, wie PwC mittlerweile in einem Statement bekanntgab. Es wurden also anscheinend versehentlich beide Emma-Stone-Umschläge ausgehändigt - einmal von links an Leonardo DiCaprio (der den Preis für die weibliche Hauptrolle verkündete) und einmal von rechts an Warren Beatty (der eigentlich den Umschlag für den besten Film erhalten sollte). Wie es genau zu dem Missgeschick kam, wolle PwC jetzt untersuchen.

89. Academy Awards: Oscars 2017: Die besten Bilder und ein gewaltiger Fauxpas
Faye Dunaway und Warren Beatty

Faye Dunaway und Warren Beatty verkünden die wichtigste Kategorie, den besten Film und nennen "La La Land" von Damien Chazelle. Eine riesige Panne wie sich kurz darauf herausstellt! Denn nicht "La La Land" sondern das Drama "Moonlight" wurde von der Academy als bester Film geehrt. Warren Beatty begründete den Fauxpas damit, dass ihm der falsche Umschlug gegeben wurde.

Patrick T. Neumann/DPA
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo