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Regisseur Michael Kakoyannis ist tot: Der Mann, der Alexis Sorbas zum Tanzen brachte

Kaum ein anderer Film hat das Bild der Welt von Griechenland geprägt wie "Alexis Sorbas". Seit mehr als vier Jahrzehnten zieht das Kultwerk von Michael Kakoyannis die Zuschauer in seinen Bann. Am Montag ist der Regisseur im Alter von 89 Jahren gestorben.

Die Bilder von Anthony Quinn tanzend am Strand einer griechischen Insel gehören zu den bekanntesten in der Kinogeschichte. Selbst jene, die niemals Michael Kakoyannis' Drama "Alexis Sorbas" gesehen haben, werden von den Klängen der Sirtaki-Musik in ihren Bann gezogen. Regisseur Kakoyannis starb am Montag in Athen. Er wurde 89 Jahre alt. Wie die griechische Nachrichtenagentur Ana meldete, war der auf Zypern geborene Filmemacher vor zehn Tagen mit Herz- und Atemproblemen in das Evangelismos-Krankenhaus eingeliefert worden.

Kakoyannis wurde am 11. Juni 1921 in Limassol geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in London und arbeitete für die BBC. Später wechselte er ins Theaterfach und studierte Schauspielerei und Regie, ebenfalls in London. Schon kurz nach seinem Schauspieldebut 1947 beschloss Kakoyannis, sich ganz der Regiearbeit zu widmen und zog nach Griechenland. Sein erster Film entstand 1954 und schon ein Jahr später erfuhr er erste internationale Anerkennung mit "Stella", in einer Hauptrolle die damals noch unbekannte Melina Mercouri. Es folgten die Filme "Ein Mädchen in Schwarz" und "A Matter of Dignity".

Der Regisseur wurde mehrere Male für einen Oscar nominiert und gewann die begehrte Filmtrophäe im Jahr 1964 für die Sorbas-Adaption des Romans von Nikos Kazantzakis mit Anthony Quinn in der Hauptrolle. Der Tanz, eigentlich eine für den Film choregrafierte Abwandlung griechischer Volkstänze, ist zu einem der bekanntesten Klischees über den Mittelmeerstaat geworden.

Weitere Nominierungen bekam Kakoyannis in der Kategorie bester fremdsprachiger Film für seine Werke "Elektra" und "Iphigenie". Neben seinem Filmschaffen arbeitete Kakoyannis auch als Theater- und Opernregisseur, schrieb Drehbücher und übersetzte die Werke von William Shakespeare ins Griechische. Vor einigen Jahren gründete er eine Wohltätigkeitsorganisation mit dem Ziel, den griechischen Film und das Theater zu fördern.

Die meisten Filmliebhaber werden ihn aber als denjenigen in Erinnerung behalten, der mit Alexis Sorbas und dem zurückhaltenden Engländer Basil in einer Geschichte um Freundschaft, unglückliche Liebe, Tod und Lebenslust Kinogeschichte drehte.

Christine Pirovolakis, DPA / DPA
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