HOME

RTL: "Die DDR Show - Von Ampelmännchen bis Zentralkomitee"

Das Moderatorenduo der "DDR-Show" hat eine klare Aufgabenteilung: Während Katarina Witt die nostalgisch-verklärte Note in die Sendung bringt, sorgt Oliver Geißen für die kritischen Momente.

Katarina Witt weiß schon ziemlich genau, wie die "DDR-Show" werden soll: "Oliver Geißen macht die kritischen Sachen, und ich bin der Spaßfaktor", strahlt die ostdeutsche Eisprinzessin. Ab dem 3. September wird Witt neben dem RTL-Moderator vier Folgen lang im Stil der "80er-Show" über ihre alte Heimat DDR berichten. Ob Bambina-Schokolade, Rotkäppchen-Sekt oder Spreewald-Gurken: Beim Thema DDR leuchten die Augen des ehemaligen DDR-Eislaufstars.

"Nicht alles nur lustig gewesen"

"Es gab da eben auch sehr schöne Zeiten", betont Witt. Da habe es keinen Zweck, übertrieben kritisch zurückzuschauen. Das sieht der Moderator ein bisschen anders: "Wir können nicht so tun, als sei damals alles nur lustig gewesen. Immerhin sind in diesem Staat Menschen zu Tode gekommen", sagt Geißen. Die ernsten Themen will er in der Show mit dem Untertitel "Von Ampelmännchen bis Zentralkomitee" aber lieber Einspielfilmen überlassen: "Es hat natürlich keinen Zweck, in eine Unterhaltungsshow einen Grenzer einzuladen, um ihn zum Schießbefehl zu befragen", stellt der Moderator klar.

Reise in die Vergangenheit

Ansonsten ist der Quotenerfolg nach der beliebten und ebenfalls von Geißen moderierten "80er-Show" eigentlich vorprogrammiert. Schon in dieser Show seien die Berichte von ostdeutschen Prominenten über ihre Kindheit und Jugend extrem gut angekommen, erzählt der RTL-Moderator: "Für Ostdeutsche ist es die Reise in die eigene Vergangenheit, und für Westdeutsche wie mich gibt es dann eher was zu staunen."

Keine Kuriositäten-Revue

So habe er zum Beispiel erfahren, dass die DDR-Kids ihre Skate-Boards selbst basteln mussten, oder dass es dort einen blühenden Schwarzhandel mit westdeutschen "Panini"-Fußballbildern gab. Glaubt man den Versprechen des Moderators, soll die "DDR-Show" aber keine bloße Kuriositäten-Revue werden, die sich aus westdeutscher Sicht über die "Ossis" lustig macht.

Bewährte Mischung

Und so wird es ähnlich wie bei der "80er-Show" den bewährten Mix aus Prominenten, Ausschnitten aus Film und Fernsehen, Mode und Musik geben. "Um die Puhdys kommen wir natürlich nicht herum", kündigt der Moderator an. Auch der ostdeutsche Boxer Henry Maske werde sicher eingeladen, außerdem der "Wessi"-Musiker Udo Lindenberg, der damals mit dem "Sonderzug nach Pankow" fahren wollte, aber nicht durfte. "Es geht natürlich auch um den Blick von der anderen Seite der Mauer", betont Geißen.

Nur eine Frage der Zeit

Vor allem aber gibt es ein Wiedersehen mit der Alltagskultur der DDR: Sei es der Trabbi, auf den man 15 Jahre warten musste, das Sandmännchen oder die Vita-Cola. Nach dem sensationellen Erfolg von "Good bye, Lenin!" war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein Sender auf die Idee für diese Show kommen musste. Das findet auch Oliver Geißen: "Die Frage ist nicht, warum wir das ausgerechnet jetzt machen, sondern warum wir das nicht schon viel früher gemacht haben." Im Grunde müsse RTL sich fast bei den Ostdeutschen dafür entschuldigen, dass ihre Geschichte so lange ignoriert wurde.

Und was wird nun Katarina Witt in der Show tun? "Sie wird die Expertin sein, sie wird in allen Folgen dabei sein, aber sie wird nicht moderieren", erklärt der Produzent Axel Pfeiffer. Dass die damals sehr privilegierte Sportlerin ihrem Heimatland nicht besonders kritisch gegenübersteht, ist bekannt. Das passe auch nicht zu ihr, erklärt Witt selbstbewusst: "Die DDR ist schließlich ein Teil unserer Geschichte, und die muss man annehmen."

Themen in diesem Artikel