Dritte Staffel „Euphoria“
„Grotesk“: Onlyfans-Models entsetzt über Szenen mit Sydney Sweeney

Sydney Sweeney als Hund verkleidet an einer Leine und mit Hundeohren
In der aktuellen Staffel „Euphoria“ ist Sydeny Sweeney unter anderem als Hund verkleidet
© Landmark Media / Imago Images

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Die Figur von Sydney Sweeney will in der dritten Staffel „Euphoria“ eine Karriere auf Onlyfans starten. Was sie dabei anzieht, verärgert Sexarbeiterinnen maßlos.   

Schon vor der dritten Staffel „Euphoria“ lieferten freizügige Szenenfotos von Sydney Sweeney Gesprächsstoff. Der erste Trailer ließ bereits vermuten, was die Figur des umstrittenen Hollywood-Stars in der Serie plant: eine Karriere als Erotikmodel auf der Plattform Onlyfans. Dabei schlüpft Cassie Howard, die Rolle von Sweeney, in abstruse Kostüme. Sie verkleidet sich mal als Hund, mal als Baby. Gegenüber dem US-Branchenmagazin „Variety“ haben sich gleich mehrere Onlyfans-Models über die Aufmachungen der Serienfigur beschwert. 

Dass Cassie Howard in der „Euphoria“-Fortsetzung Geld mit dem Verkaufen von erotischen Inhalten verdienen will, ist Teil der drastischen Entwicklung ihrer Figur. Während der von Sweeney verkörperte Charakter in der ersten Staffel unsicher und verletzlich auftritt, wird er im Laufe der Zeit immer selbstbewusster, glamouröser und abhängiger von Aufmerksamkeit. In welche Extreme sie dabei abdriftet, ist seit April in der dritten Staffel der Dramaserie zu sehen. 

Verstörende Szenen mit Sydney Sweeney 

Die Ereignisse spielen fünf Jahre nach der zweiten Staffel. Die Protagonisten haben die High School verlassen und finden sich in teils grotesken Situationen wieder. Rue (Zendaya) muss als Drogenkurier ihre Schulden bei der Dealerin Laurie (Martha Kelly) abarbeiten. Jules (Hunter Schafer) bricht ihr Studium ab und wird zum Sugarbaby eines Schönheitschirurgen. Dass Cassie einen Onlyfans-Account startet, klingt dagegen fast schon harmlos, wären da nicht ihre heiklen Outfits.

Ihre Laufbahn als Erotikmodel beginnt Cassie damit, dass sie sich als Hund verkleidet – inklusive Hundeohren, Halsband, Leine, Handschellen, Schwanz und einem Satinkorsett. Sie bückt sich, leckt Wasser aus einem Napf auf dem Boden und räkelt sich auf einem Bett. Später schlüpft sie in die Rolle eines Babys. In einem durchsichtigen rosa Shirt, mit Zöpfen auf dem Kopf und einem Schnuller im Mund liegt sie breitbeinig auf einem Sofa. Eine Szene, die bereits vorab in den sozialen Medien Verstörung hervorrief. Fans der Serie sprachen unter anderem von einem „echten Albtraum“.  

Auch professionelle Onylfans-Models zeigen sich von den Entwicklungen in „Euphoria“ schockiert. „Vieles daran ist einfach lächerlich und grotesk“, betont Sydney Leathers, die seit 2017 auf Onlyfans aktiv ist, in dem Magazin „Variety“. Generell sei die Darstellung von Sexarbeiterinnen in Hollywood fast nie positiv, sondern „immer absurd oder deprimierend und selten zutreffend“. Leathers weist außerdem darauf hin, dass die Figur von Sweeney Inhalte darstellt, die auf Onlyfans verboten sind. Laut den Richtlinien der Plattform sind unter anderem „die tatsächliche, behauptete oder gespielte Ausbeutung, der Missbrauch oder die Schädigung von Personen unter 18 Jahren“ untersagt. Dass Cassie Howard dennoch als Baby inszeniert wird, sei empörend.

Ähnlich empfindet es Maitland Ward, eine Pornodarstellerin, die laut „Variety“ monatlich sechsstellige Beträge auf Onlyfans verdient. ​​Die Content-Erstellerin, die zuvor als Schauspielerin gearbeitet hat, findet das Babykostüm besonders schädlich für die ohnehin schon verzerrte Wahrnehmung von Sexarbeiterinnen auf Onlyfans. „Das trägt einmal mehr dazu bei, Stereotype zu verfestigen, dass Sexarbeiterinnen keinen moralischen Kompass haben und alles für Geld tun würden“, sagt Ward im Gespräch mit „Variety“. Zudem verstärke die Szene das falsche Stigma, „dass Sexarbeit irgendwie gleichbedeutend mit Menschenhandel und sexuellem Missbrauch sei“. 

Sydney Sweeney posiert als Baby verkleidet auf einem Sofa
Dass Sydney Sweeney als Baby verkleidet wurde, um pornografische Inhalte für Onlyfans zu erstellen, findet Maitland Ward „mehr als nur beunruhigend“
© Landmark Media / Imago Images

Sam Levinson, Schöpfer der Serie, kommentierte die umstrittenen Szenen bereits Mitte April im Gespräch mit dem „Hollywood Reporter“. Ihm zufolge liege die Besonderheit darin, dass Cassie sich von ihrer Haushälterin ablichten lasse. „Wir wollten immer eine weitere Ebene des Absurden finden, die wir einbringen können“, fügte er hinzu. Kameramann Marcell Rév erläuterte außerdem, dass es eine Herausforderung gewesen sei, die Ästhetik der Erotik-Plattform „in die Ästhetik der Show zu integrieren“. Zu den aktuellen Vorwürfen haben sich weder er noch Levinson oder der Sender HBO bisher geäußert.

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