Entweder man liebt sie oder man hasst sie: Kaum ein anderer Star polarisiert so sehr wie Sydney Sweeney. Ein Rückblick auf die drei größten Aufreger um die Schauspielerin.
Sydney Sweeney sollte in „Der Teufel trägt Prada 2“ einen Gastauftritt erhalten. Die kurze Sequenz wurde letztlich aber aus dem Streifen, der am Donnerstag in Deutschland in die Kinos kommt, herausgeschnitten. Laut „Entertainment Weekly“ war eine „kreative Entscheidung“ ausschlaggebend dafür. In der Szene hätte Sweeney niemanden Geringeren als sich selbst spielen sollen. Das hätte gepasst, denn wenn es um Sydney Sweeney geht, dann steht ohnehin meist nicht ihr schauspielerisches Talent im Mittelpunkt, sondern ihre Person. Oder ihr Aussehen.
Allein ihr Erscheinungsbild als normschöne Frau mit blonden Haaren, blauen Augen und üppiger Oberweite – die sie gerne in Szene setzt – reicht aus, um reichlich Diskussionen anzustoßen. Seitdem sie auf der Hollywood-Bildfläche erschienen ist und mit Serien wie „Everything Sucks!“ und „Euphoria“ zum Star wurde, wird ihr vorgeworfen, sich als Sexsymbol zu vermarkten, wozu sie sich altmodischer Männerfantasien bediene.
Fragt man Sweeney danach, antwortet sie, genau das Gegenteil sei der Fall. Gegenüber „Variety“ sagte sie einst, dass es ihr Ziel sei, Frauen zu stärken, anstatt sich für ihre Weiblichkeit zu entschuldigen. In jedem Fall weiß die 28-Jährige die Kontroverse um ihre Person clever zu nutzen. Dafür musste sie bereits einige Shitstorms in Kauf nehmen.
1. Die umstrittene Familienfeier
Eine der heftigsten Debatten um die Schauspielerin löste eine Familienfeier im Jahr 2022 aus. Zum 60. Geburtstag ihrer Mutter veranstaltete die Familie von Sweeney eine Hoedown, eine traditionelle amerikanische Volkstanzparty. Die meisten Gäste, auch die Schauspielerin, erschienen in Cowboy-Outfits. Während der Hollywoodstar sich in weißen Boots und dazu passendem Cowboyhut ablichten ließ, trugen andere Gäste rotfarbene Käppis, die sofort an die berüchtigten MAGA-Basecaps erinnerten, auch wegen des Schriftzugs „Make Sixty Great Again“. Medienberichten zufolge soll ein weiterer Gast in einem Shirt erschienen sein, das auf die „Blue Lives Matter“-Bewegung anspielt, eine rechtskonservative Gegenströmung zur „Black Lives Matter“-Bewegung, die den Fokus von den Opfern hin auf die Polizisten zu verlagern versucht.
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Die Bilder von der Feier gingen viral. Gerüchte, Sweeneys Familie seien trumptreue Republikaner, ließen nicht lange auf sich warten. Die Schauspielerin kommentierte die Debatte damals auf „X“. Sie bat die Öffentlichkeit, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. „Eine harmlose Feier hat sich in eine absurde politische Aussage verwandelt, was nicht die Absicht war“, fügte sie hinzu. Dem Magazin „Variety“ sagte sie ein Jahr später auch, dass die Leute auf den Fotos nicht einmal zu ihrer Familie gehören würden.
Mit politischen Statements hält sich Sydeny Sweeney ohnehin zurück. Die Debatte kochte aber wieder hoch, als mehrere Medien, darunter der „Guardian“, berichteten, die Schauspielerin sei registrierte Wählerin der Republikaner. Im Juli 2024, wenige Monate vor den Wahlen, aus denen Donald Trump als Sieger hervorging, kaufte der Star demnach eine Villa auf den Florida Keys. Damals gab sie laut öffentlich zugänglichen Unterlagen ihre Parteizugehörigkeit als Republikanerin an. Das heißt zwar nicht, dass Sweeney bei den Wahlen tatsächlich für die Republikanische Partei abgestimmt hat, die Enttäuschung und Empörung vieler Fans und der Shitstorm waren trotzdem enorm.
2. Die guten Gene, äh, Jeans
Den größten Skandal lieferte Sydney Sweeney in Zusammenarbeit mit der Modemarke „American Eagle“. Im Sommer 2025 wurde die Schauspielerin zum Gesicht einer neuen Kampagne, die mit dem Slogan „Sydney Sweeney has great Jeans“ warb, ein Wortspiel, da „Jeans“ genauso klingt wie „genes“, das englische Wort für Gene. Auf manchen Plakaten war der Werbespruch sogar mit „genes“ zu lesen, wobei das Wort durchgestrichen war und um „jeans“ ergänzt wurde. In einem dazugehörigen Werbevideo erklärte Sweeney außerdem: „Gene werden von den Eltern an die Nachkommen vererbt und bestimmen oft Merkmale wie Haarfarbe, Persönlichkeit und sogar Augenfarbe. Meine Jeans sind blau.“
Dass eine blonde, blauäugige Frau mit üppiger Oberweite über gute Gene sprach, löste gleich doppelte Entrüstung aus: Zum einen, weil Sweeney damit auf ihr umstrittenes Image als Sexsymbol anspielte. Zum anderen, weil Kritiker in der Werbung eine Anspielung auf Eugenik und Rassendenken sahen. In einem offiziellen Statement bekräftigte die Modemarke, dass dies nie beabsichtigt gewesen sei. Sweeney selbst äußerte sich erst Monate später zu dem unsensiblen Wortspiel.
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Sie gab im „Variety-Interview“ zu, dass ihr langes Schweigen zu dem Skandal möglicherweise die Kluft im Land vergrößert habe und es zu Missverständnissen gekommen sei. „Ich unterstütze die Ansichten einiger Leute, die diese Kampagne feiern, nicht“, sagte der Hollywoodstar. Auf LinkedIn soll Ashley Schapiro, Marketingchefin von „American Eagle“, in einem inzwischen gelöschten Beitrag erklärt haben, dass die Schauspielerin von Anfang an in den kreativen Prozess involviert gewesen sei. Auf die Frage, wie weit sie gehen würde, soll Sweeney geantwortet haben: „Lass es uns ausreizen, ich bin dabei.“
3. Seife mit Badewasser von Sydney Sweeney
Ein weiterer Aufreger aus dem vergangenen Sommer war die Seife, die Sweeney zusammen mit dem Naturkosmetikhersteller „Dr. Squatch“ auf den Markt brachte. Das für Männer bestimmte Kosmetikprodukt enthielt neben Sand und Kiefernrindenextrakt einen Hauch von Sweeneys Badewasser. Damit wollte die Schauspielerin einen Wunsch ihrer Fans erfüllen. Nachdem sie sich für einen anderen Werbespot der Kosmetikmarke schon zuvor in einer Badewanne gerekelt hatte, hätten etliche Anhänger nach „einem Tropfen ihres Badewassers“ gefragt, wie sie der „GQ“ erzählte. „Ich dachte mir: Warum nicht? Es ist eine witzige Idee.“
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Die Peelingseife mit dem Namen „Sydney’s Bathwater Bliss“ kam im Juni in limitierter Auflage auf den Markt. Alle 5000 Exemplare waren innerhalb weniger Sekunden ausverkauft. Was auf der einen Seite Freude auslöste, wurde auf der anderen Seite – der Seite der Sweeney-Kritiker – negativ kommentiert. Die Männerseife brachte ihr abermals den Vorwurf ein, sich als Sexobjekt zu kommerzialisieren. Im Gespräch mit dem „Wall Street Journal“ reagierte Sweeney darauf: Sie finde es interessant, dass sich an dem Produkt hauptsächlich junge Frauen störten.
Dabei erwähnte sie auch eine Duftkerze, die 2024 nach dem Film „Saltburn“ auf den Markt kam und angeblich nach Jacob Elordis Badewasser riechen sollte. In dem Film entwickelt die Hauptfigur eine Obsession für den Charakter, den Elordi verkörpert, und trinkt dessen Badewasser. Die Kerze, die daraufhin als Marketing-Gag entwickelt wurde, fand vor allem bei Frauen Anklang. Sweeney merkte in dem Zuge an, dass ihr eigenes Produkt vergleichsweise kritisch aufgenommen wurde.