HOME

"Breaking Bad"-Film auf Netflix: Regisseur verrät: Eigentlich hätte "El Camino" ein trauriges Ende bekommen sollen

Sechs Jahre ließ sich Vince Gilligan mit der Fortsetzung seiner Erfolgsserie "Breaking Bad" Zeit. Jetzt hat der Regisseur und Drehbuchautor verraten, welche Enden er für den Film "El Camino" sonst noch im Sinn hatte.

Schauspieler Aaron Paul

Achtung: Dieser Text enthält Spoiler zum Film "El Camino"! Wer den Film noch sehen möchte, sollte hier nicht weiterlesen.

Fans der Serie "Breaking Bad" haben sich jahrelang die Köpfe über zwei Fragen zerbrochen: Ist Walter White wirklich tot? Und was mag nur aus Jesse Pinkman geworden sein? Das Schicksal des Drogenkochs und seines Komplizen ließ das Staffelfinale vor sechs Jahren offen. Walter wurde angeschossen, Jesse entkam seinen Entführern und rauschte in einem Auto davon.

Dass Walter White endgültig tot ist – und zwar nicht durch Krebs, sondern durch Waffengewalt –, hatte Serienschöpfer Vince Gilligan schon verraten, bevor die Fortsetzung der Serie in der vergangenen Woche auf Netflix erschien. In dem Film "El Camino", für den ebenfalls Gilligan das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, geht es nur noch um die Geschichte von Jesse (Aaron Paul).

Der traumatisierte Drogendealer versucht, mit dem harten Geschäft abzuschließen und den Weg in ein neues Leben zu finden. Was in der Serie oft missglückt ist, scheint nun zu gelingen – am Ende fährt Jesse mit neuer Identität in Richtung Alaska, um dort neu zu beginnen. Ein Ende, das viele weitere Szenarien offen lässt. Gilligan hat nun in einem Interview mit "Entertainment Weekly" verraten, dass er zunächst ein ganz anderes Finale im Sinn hatte.

"El Camino": Jesse wäre beinahe im Gefängnis gelandet

Dabei sollte der von Aaron Paul meisterhaft verkörperte Jesse am Ende schließlich doch von der Polizei festgesetzt werden und in einer Gefängniszelle versauern. Zuvor sollte er an der kanadischen Grenze einer jungen Frau in Not geholfen haben. In Gilligans Vorstellung litt Jesse auf seiner Flucht an Schlaflosigkeit, erst im Gefängnis sollte er in den Schlaf finden: "In der letzten Szene würde er in einer Zelle sein, aber zum ersten Mal seit Beginn des Films seinen Frieden haben."

Er habe diese Idee "irgendwie cool" gefunden, sagte Gilligan in dem Interview, einige Vertrauenspersonen – zum Beispiel seine Freundin Holly oder Breaking-Bad-Produzent Peter Gould – hätten ihm aber dringend davon abgeraten. "Alle haben mich angeschaut, als wäre ich total verrückt: ' Du kannst Jesse nicht am Ende des Films wieder in einer Zelle landen lassen. Die Leute werden dich teeren und federn!'" Mittlerweile sei er froh, auf diese Ratgeber gehört zu haben, so Gilligan. Auch Schauspieler Aaron Paul sagte "Entertainment Weekly": "Ich bin froh, dass er davongekommen ist."

Was steht in dem Brief an Brock?

Eine zweite Idee, die letztlich nicht umgesetzt wurde, hätte das Ende von "El Camino" etwas klarer gemacht. Jesse gibt dem Staubsaugerverkäufer Ed, der ihm zur Flucht verhalf, einen Brief für den Jungen Brock mit. Dessen Mutter Andrea, Jesses Freundin, wurde von Jesses Entführer Todd in der letzten Staffel erschossen, um den Drogenkoch einzuschüchtern. Ursprünglich hatte Gilligan geplant, am Ende des Films den Brief als Voice-over vorlesen zu lassen. Tatsächlich sei, so berichtet Aaron Paul, der Brief das erste gewesen, was Gilligan für "El Camino" geschrieben habe.

In der finalen Fassung des Netflix-Films bleibt der Inhalt des Briefs für den Zuschauer ein Rätsel. Gilligan strich den Part aus dem Drehbuch, und auch Aaron Paul hüllt sich in Schweigen: "Ich habe Vince geschworen, dass ich niemandem verrate, was in dem Brief steht. Aber Jesse könnte nicht offener und ehrlicher sein. Er sagt einfach 'Es tut mir Leid', und das war's."

Quelle: "Entertainment Weekly"