„Der Akku von Chuck Norris‘ Smartphone ist schon seit drei Monaten leer, aber es traut sich nicht, auszugehen.“ „Chuck Norris isst keinen Honig – er kaut Bienen.“ … Jeder kennt sie, die frechen Kurzwitze, in denen Hollywood-Legende Chuck Norris einfach unbesiegbar ist. Nicht nur Gegner jeder Art können ihm nichts – auch der schnöde Alltag, die Gesetze der Physik und das Leben selbst richten sich demnach nach dem wortkargen Helden.
Im echten Leben ist der Akku von Norris, gebürtig Carlos Ray Norris Jr., dann doch ausgegangen. Im Alter von 86 Jahren starb der Actionstar im Kreise seiner Familie. Entgegen des von ihm inspirierten Witze-Genres lief in seinem Leben nicht immer alles glatt. Sein Vater war Alkoholiker, der die Familie immer wieder im Stich ließ. Sein Bruder Wieland starb im Vietnamkrieg. Norris selbst erfuhr erst mehr als 20 Jahre nach der Geburt seiner Tochter Dina von deren Existenz – sie war 1964 unehelich geboren worden. Norris war da bereits seit mehreren Jahren mit seiner ersten Frau Dianne verheiratet.
Chuck Norris: ein bewegtes Leben
Auch karrieretechnisch gab es Hochs und Tiefs für den Blondschopf mit dem kantigen Gesicht. Action-Streifen wie „Cusack – Der Schweigsame“, „Missing In Action“ oder „Feuerwalze“ verschafften ihm in den 70er- und 80er-Jahren großen Erfolg – und seinen legendären Ruf als ebenso unbeugsamer wie wortkarger Kämpfer. In den 90ern war es dann vor allem die TV-Serie „Walker: Texas Ranger“, die seine Haushaltskasse füllte. Während der 2000er sah es dann schlechter aus für den Schauspieler – der zudem mit erzkonservativen Ansichten, seiner Vorliebe für die US-Republikaner und durch vom radikalen Christentum geprägte Positionen zu Themen wie der Evolution Schlagzeilen machte.
Im Jahr 2012 half ihm sein Kollege Sylvester Stallone wieder auf die Beine: Durch seine Rolle im Film „The Expendables 2“ wurde Norris einer ganz neuen Zuschauerschaft bekannt. „Für die Welt war er ein Kampfsportler, Schauspieler und ein Symbol der Stärke“, heißt es in dem Posting seiner Familie auf Instagram. „Für uns war er ein hingebungsvoller Ehemann, ein liebevoller Vater und Großvater, ein unglaublicher Bruder und das Herz unserer Familie.“