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Hörbuch-Tipp

Karl Olsberg "Boy in a dead end": Ewiges Leben im Computerspiel

Manuel hat nur noch ein paar Monate zu Leben. Seine Krankheit verhindert die Zukunft, die er so gerne hätte. Aber was wäre, wenn jemand sein Traumleben erschaffen könnte?  Den Preis, den er dafür zahlen müsste: Sterben.

Karl Olsberg Roman "Boy in a dead end"

Die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) schädigt das zentrale Nervensystem und führt zu Muskellähmung. Im späten Stadium haben die Patienten Schwierigkeiten zu schlucken, zu sprechen und zu atmen. 

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Worum geht es?

Der 15-jährige Manuel leidet an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS und hat nur noch ein paar Monate zu leben. Völlig unfähig auch zur kleinsten Bewegung ist er ist ein Gefangener in seinem eigenen Körper. Sein einziger Freund und Helfer ist Marvin, ein Rollstuhl mit einer Künstlichen Intelligenz. Richtig frei fühlt sich der Teenager nur im Multiplayer Spiel Team Defense vom Spieleentwickler Nofinity. Mit seinen Gesichtsmuskeln steuert er gekonnt seinen Avatar und erscheint seinen Teamplayern wie ein ganz normaler Mensch.

Die Familie ist verzweifelt. Da hört der Vater von einem Experiment des Firmeninhabers von Nofinity, Henning Jens. Ihm soll es gelungen sein, das Gehirn einer Katze zu digitalisieren und ihr Wesen in ein Computerprogramm zu übertragen. Wäre ein solcher Weg die Rettung für Manuell? Könnte seine Persönlichkeit tatsächlich in einer Software weiterleben? Womöglich in seinem geliebten Spiel "Team Defence"? Der Firmenchef gibt sich davon überzeugt. Manuels Mutter reagiert jedoch entsetzt, doch ihr Sohn will es wagen - auch wenn das Gehirn bei dem Scan zerstört wird.

Die Hörbuchfassung von Karl Olsbergs "Boy in a dead end" dauert acht Stunden und ist als Download erhältlich.

Die Hörbuchfassung von Karl Olsbergs "Boy in a dead end" dauert acht Stunden und ist als Download erhältlich.

Kurz reinhören

Den Teenager schreckt das nicht ab, er hat ja nichts mehr zu verlieren und möchte seinen Beitrag zur Wissenschaft leisten. Womit sie jedoch alle nicht rechnen: Der Gründer von Nofinity verfolgt seine eignen Pläne und spielt nicht mit offenen Karten.

Für wen geeignet?

Man muss kein Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch spannend zu finden. "Boy in a dead end" isat in der Zukunft angesiedelt, beschäftigt sich jedoch mit dem immerwährenden Wunsch des Menschen nach Unsterblichkeit. Was macht das Mensch sein aus? Kann man in einer Software überhaupt so etwas wie eine Seele bewahren? Oder gehen zwischen 0 und 1 zwangsläufig die Feinheiten verloren?

Wer hat es geschrieben?

Karl Olsberg ist ein Pseudonym, der echte Name des in Hamburg lebenden Schriftstellers würde auf einem Buchcover wahrscheinlich zu viel Platz beanspruchen: Karl-Ludwig Max Hans Freiherr von Wendt. Von Haus ist Olsberg Wirtschaftswissenschaftler. Er promovierte über Künstliche Intelligenz, die er seither mehrfach in Romanen verarbeitet hat. "Boy in a dead end" ist das dritte Buch einer Romanreihe zum Thema Mensch und KI. Die Romane bauen nicht aufeinander auf. Wen die Materie gepackt hat, sollte sich die Romane "Boy in a white room" und "Girl in a strange land" nicht entgegen lassen.

Henni Lübberstedt