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Krimi-Hörbuch "13 Stufen": Ist auch für Sie Vergeltung die einzig gerechte Strafe?

Sie sind auf der Suche nach einem Krimi-Hörbuch, das Sie noch lange beschäftigen wird? Dann könnte der japanische Krimi "13 Stufen" genau das Richtige sein. Sein zentrales Thema: Vergeltung, Wut und Todesstrafe.

Kazuaki Takano Roman 13 Stufen

Zehen Stunden packende Krimiunterhaltung, die einen auch lange danach über den Wunsch nach Vergeltung, Reue und den Sinn der Todesstrafe nachdenken lässt: "13 Stufen" von Kazuaki Takano. Gibt es nur bei Audible zum Download.

Darum geht es in "13 Stufen"

Am ganzen Leib zitternd kauert der Häftling Ryō Kihara auf dem Boden. Die Schritte der Wärter nähern sich. Werden sie vor seiner Zellentür stehen blieben? Werden sie ihn heute zum Galgen führen? Wird er hängen für einen Doppelmord, an den er sich selbst nicht mehr erinnern kann? Die Wärter passieren seine Zelle und holen einen anderen. Diesmal.  Zur gleichen Zeit wird der Häftling Jun'ichi Mikamani nach zwei Jahren aus der Haft entlassen. Auch er hat einen Menschen getötet. Körperverletzung mit Todesfolge lautete das Urteil. Gleich nach der Entlassung besucht ihn sein Oberaufseher Nangō und macht ihm ein ungewöhnliches Angebot: Im Auftrag einer Anwaltskanzlei soll  Mikamani zusammen mit seinem ehemaligen Gefängniswärter die Unschuld von Kihara beweisen. Sie haben nur drei Monate Zeit, dem zehn Jahre alten Fall eine neue Wendung zu geben.

Insgesamt 13 Verwaltungsinstanzen müssen jeweils ihre Bestätigung unter das Todesurteil setzten. Fünf haben dies bereits getan. Bis die verbleibenden sieben Beamten zustimmen, vergehen rund drei Monate. Ist diese Zeit um, stirbt der Todeskandidat, selbst wenn er unschuldig sein sollte. Das ungleiche Duo macht sich an die Arbeit und erst nach und nach wird klar, wie sehr die Schicksale dieser zufällig zusammengekommenen Menschen miteinander verwoben sind.

Kazuaki Takano Roman 13 Stufen

Zehen Stunden packende Krimiunterhaltung, die einen auch lange danach über den Wunsch nach Vergeltung, Reue und den Sinn der Todesstrafe nachdenken lässt: "13 Stufen" von Kazuaki Takano. Gibt es nur bei Audible zum Download.

"13 Stufen" ist mehr als ein packender Krimi der grandios mit falschen Fährten und überraschenden Wendungen spielt. Das Buch ist zugleich ein Essay über die Todesstrafe und ein Lehrstück über die japanische Gesellschaft Autor Kazuaki Takano seziert das System der ultimativen Rechtsprechung. Ist die höchste Form der Gerechtigkeit tatsächlich die Vergeltung? Und darf ein Staat das Leben eines seiner Bürger nehmen, um ihr Genüge zu tun?  Jeder der Protagonisten blickt aus einer anderen Perspektive auf die Todesstrafe und auf die Frage, was Reue bedeutet. Dem europäischen Hörer gewährt der Roman einen faszinierenden Einblick in die japanische Gesellschaft, in der die Straffälligkeit des Einzelnen zum Ehrverlust für seine gesamte Familie wird.

Wer spricht?

Wer ein Fan des britischen Schauspielers Benedict Cumberbatch ist, dürfte sich in "13 Stufen" sofort Zuhause fühlen. Der Hamburger Schauspieler und Synchronsprecher Sascha Rotermund verleiht dem Briten seine deutsche Stimme. Die Wahl hätte kaum besser ausfallen können: Rotermund kombiniert seine stimmliche Vielfalt mit einer gewissen Zurückhaltung. Das passt hervorragend zum japanischen Ambiente.

Warum lohnt das Hörbuch?

In lediglich zehn Stunden bekommt der Krimifan eine unglaublich dichte, hoch spannende Geschichte präsentiert, die noch lange in ihm nachwirken dürfte. Es ist nicht nur ein clever inszenierter Plot, sondern eine durchaus philosophische Abhandlung über Sinn und Zweck einer Strafe, die nicht wieder rückgängig gemacht werden kann.

Beste Stelle

Jun'ichi Mikamani wird aus der Haft entlassen, sein Vater wartet am Gefängnistor und beide machen sich auf den Weg zum Elternhaus. Doch bald wird Jun'ichi klar, dass es ein fremdes Haus ist, nicht, das in dem er aufwuchs. Das neue Haus ist winzig, heruntergekommen und es liegt in einer schlechten Wohngegend. Doch Jun'ichi schweigt. Er spricht seine Eltern nicht drauf an, während sie zusammen am Tisch sein Begrüßungsmahl einnehmen. Das Offensichtliche bleibt unerwähnt, weil schon die Frage danach, die Eltern beschämen könnte.

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