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Kunstraub in Paris: Millionenschwere Picasso-Skizzen gestohlen

Spektakulärer Kunstraub in Paris: Unbekannte Kunstdiebe haben aus dem Pablo-Picasso-Museum ein auf rund acht Millionen Euro geschätztes Skizzenbuch des Malers gestohlen. Das bestätigte das französische Kulturministerium. Umfangreiche Renovierungsarbeiten in dem Kunsttempel haben es den Dieben offenbar leicht gemacht.

Aus dem Pariser Picasso-Museum ist unter mysteriösen Umständen ein auf rund acht Millionen Euro geschätztes Skizzenbuch des Malers verschwunden. Der Band mit 33 Zeichnungen aus den Jahren 1917 bis 1924 stand in einer verschlossenen Vitrine des herrschaftlichen Museumsgebäudes. Am Dienstagmorgen wurde mit Schrecken sein Fehlen entdeckt.

Das 16 mal 24 Zentimeter große Buch sei zwischen dem 8. und 9. Juni verschwunden, teilte das französische Kulturministerium am Dienstagabend kurz und knapp mit. Polizei und Justiz seien eingeschaltet. Offiziell wurde zunächst nicht von einem Diebstahl gesprochen. Eine andere Erklärung ist jedoch unwahrscheinlich: Die Vitrine kann nur mit Spezialwerkzeug geöffnet werden. Ob dies vorher entwendet wurde, war unklar. Es habe keinen Einbruch gegeben, berichtete die französische Nachrichtenwebsite lci.fr.

Das Pariser Picasso-Museum im Stadthaus Salé im Viertel Marais gehört zu den bekanntesten Museen von Paris. Seit Monaten laufen dort umfangreiche Renovierungsarbeiten. Möglicherweise könnten darunter die Sicherheitsvorkehrungen gelitten haben, spekulierten französische Medien. Das Museum besitzt unter anderem 200 Gemälde, 158 Skulpturen und 1500 Zeichnungen des spanischen Malers Pablo Picasso (1881-1973). Das verschwundene Skizzenbuch soll mit einem rot lackierten Deckel versehen sein. Auf diesem steht in Goldbuchstaben "Album".

Einen der letzten großen Picasso-Diebstähle hatte es am 28. Februar 2007 ebenfalls in Paris gegeben. Damals wurden zwei Gemälde und eine Zeichnung im Schätzwert von insgesamt 50 Millionen aus der Wohnung einer Enkelin des Jahrhundertkünstlers gestohlen. Sechs Monate später stellten französische Ermittler die Werke sicher. Zwei Männer wurden nahe dem Triumphbogen an den Champs-Élysées dabei erwischt, wie sie die nicht versicherten Gemälde an einen Interessenten verkaufen wollten.

Picasso war einer der größten Maler des 20. Jahrhunderts. Von seiner enormen Produktivität und Kreativität zeugt das künstlerische Erbe, das der 91-Jährige nach seinem Tod 1973 hinterließ: Fast 1900 Gemälde, 3200 Keramiken, 7000 Zeichnungen, 1200 Skulpturen und 30.000 Grafiken.

In den vergangenen Jahren haben sich Kunstdiebstähle gehäuft. Meist haben die Täter berühmte Meister im Blick - von Rembrandt und van Gogh bis Monet, Sisley und Picasso. Oft sind die Werke Millionen wert. Einige der spektakulärsten Diebstähle: Aus der Zürcher Sammlung Bührle werden im Februar 2008 vier berühmte Ölgemälde gestohlen; im Sommer 2007 lassen bewaffnete und vermummte Männer im südfranzösischen Nizza vier Bilder aus einem Museum mitgehen. Und im Juni 2008 rauben bewaffnete Gangster aus einem Museum im brasilianischen São Paulo mehrere Kunstwerke - darunter zwei Grafiken von Pablo Picasso.

DPA / DPA
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