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Gericht entscheidet: Prostituierte dürfen "Künstlernamen" nicht offiziell eintragen lassen

Kunst liegt im Auge des Betrachters? Immer? Ein Gericht sieht das anders und so dürfen Prosituierte oder Eskortdamen ihren "Künstlernamen" nicht in ihren Ausweis eintragen lassen.

Die klagende Besitzerin eines Eskort-Services sieht die Dienstleistung als Kultur- und Erotikbegleitung - Körpereinsatz ähnlich einer Tänzerin

Die klagende Besitzerin eines Eskort-Services sieht die Dienstleistung als Kultur- und Erotikbegleitung - Körpereinsatz ähnlich einer Tänzerin

Eine Berliner Prostituierte bekommt nach einem Gerichtsurteil keinen Künstlernamen im Personalausweis. Die Frau, die einen Escort-Service betreibt und sich öffentlich für die Rechte von Prostituierten einsetzt, übe keine künstlerische Tätigkeit aus, teilte das Verwaltungsgericht am Montag mit (Urteil der 23. Kammer vom 20. Januar 2015 (VG 23 K 180.14).

Das Bezirksamt Pankow hatte die Eintragung verweigert. Die Klägerin hatte argumentiert, als Kultur- und Erotikbegleiterin arbeite sie mit ihrem Körper ebenso wie etwa eine Tänzerin. Sie schlüpfe in Rollen wie eine Schauspielerin und löse beim Betrachter Affekte aus, wie es auch andere Künstler täten.

Dem folgten die Verwaltungsrichter nicht. Auch wenn die Frau einer selbstbestimmten Tätigkeit nachgehe, sei dies keine freie schöpferische Gestaltung. Vielmehr stünden die sexuellen Bedürfnisse der Kunden im Mittelpunkt. Zudem sei die Klägerin auch nicht allgemein bekannt. Dies sei aber für den Eintrag eines Künstlernamens zwingend erforderlich. Gegen das Urteil kann Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beantragt werden.

DPA / DPA
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