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"This Road Doesn't Lead To My House Anymore": Zeitloser Singer-Songwriter-Pop

Warum nicht mal ein Country-Album? Dirk Darmstaedter und Bernd Begemann haben einfach ein paar Lieblingssongs aufgenommen. Dazwischen finden sich Eigenkompositionen wieder.

Das CD-Cover zeigt die beiden Künstler in einem Kornfeld: In Anzug und Krawatte marschieren sie über Land, Melancholie blitzt aus den Augen. Landidylle? Nicht ganz. Das hätte bei Bernd Begemann und Dirk Darmstaedter auch überrascht. Der eine betreibt seit Jahren die konsequente Entkitschung deutscher Songlyrik (Begemann), der andere verschreibt sich den Variationen angloamerikanischer Text- und Spielformen (Darmstaedter).

Gemeinsam haben sie jetzt das gemacht, was sonst satte Endfünfziger aus einer Verandalaune heraus machen: einfach mal ihre Lieblingssongs aus ihrer Lieblingszeit aufnehmen. Auf dem Ergebnis "This Road Doesn't Lead To My House Anymore" sind daher eine brillante Version des Jim-Croce-Hits "I Got A Name" und ein Cover von Hank Williams "Why Don't You Love Me" zu finden.

Dazwischen streuen Begemann und Darmstaedter Eigenkompositionen ohne Stilbruch unter die Klassiker. Die akustische Gitarre wird ganz prachtvoll geschlagen, die Orgel zieht himmelzerreißende Bahnen, diese Lieder wollen es jedem zeigen: So klingt zeitloser Pop, das ist Singer-Songwriter-Kunst. Die Band tut ihr Bestes: Folke Jensen (Dobro und Slide-Gitarre), Lars Plogschties (Drums), Kai Dorenkamp (Orgel, Piano) und Thomas Biller (Kontrabass) verleihen den Songs dieses Päckchen Sehnsucht, an dem sie dann doch gar nicht so schwer zu tragen haben. Das beweist: Auch traurige Lieder können leicht sein.

Frank Schwarz, AP

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