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Vier Konzerte: Olli Schulz feiert mit Freunden

Wenn schon, denn Show: Die TV-Rampensau begeht seinen 40. Geburtstag. Für die vier Konzerte in seiner neuen und alten Heimatstadt hat er sich Verstärkung geholt.

Von Alf Burchardt

Nach einer guten Stunde bittet Olli Schulz: alle einmal unter den Stuhl greifen. Wer die Pille einwirft, die dort klebt, würde anschließend eine komplette Band auf der Bühne sehen, das Geschehen auf der Bühne würde sich endgültig in ein großes Spektakel verwandeln. Guter Gag, findet das Publikum im Hamburger Zirkuszelt "Fliegende Bauten", die ersten tasten doch einmal unter ihre Sitzflächen: Da klebt tatsächlich etwas, das aussieht wie ein kleines weißes Zäpfchen. Olli Schulz, ein Hamburger aus Berlin, macht Musik seit einigen Jahren. Viele Menschen aber haben ihn erst kennengelernt als Sidekick von Joko und Klaas. Weil er in ihren Sendungen für noch ein bisschen mehr Chaos sorgt, weil er auch Schmerzfreiheit neulich mit seiner eigenen Show "Schulz in the Box" bewies, feierte das Feuilleton ihn unlängst als "Erneuerer" des deutschen Fernsehen. Kein ganz früher Ruhm, Schulz ist gerade 40 Jahre alt geworden.

Seinen Geburtstag feiert er mit vier Konzerten, jeweils zwei in Berlin und Hamburg. Als Partner hat Schulz den begnadeten Hamburger Musiker Bernd Begemann mit auf die Bühne gebeten. Den habe er immer bewundert, sagt Schulz, weil der so klasse Lieder hätte und zwischen diesen Liedern immer wieder coole Geschichten erzählen würde. Begemann sei überhaupt der Grund, warum er mal selbst mit dem Musikmachen begonnen hätte. Heute Abend spielen beide abwechselnd klasse Songs aus Schulzens großem Liederkatalog und aus Begemanns noch viel größerem. Und natürlich erzählen sie coole Geschichten, zum Beispiel wie Schulz zusammen mit Bela B von den Ärzten auf einer Kurt-Krömer-Gala einmal mächtig Ärger mit angetrunkenen Gästen bekam. Bela B lacht, er sitzt auch im Publikum. Die Geschichte, wie er einmal Gras für den Wu-Tang Clan besorgen musste vor derem Auftritt in Hamburg, erzählt Thees Uhlmann. Er ist zur gleichen Zeit wie Schulz von Hamburg nach Berlin gezogen, er ist einer der Gäste heute Abend, und Schulz wünscht sich von ihm den Song "Die Toten auf dem Rücksitz".

"Komm zurück, Olli Schulz, Hamburg braucht dich"

Während Begemann singt, packt Schulz Geschenke aus: Zahnpasta, Anti-Faltencreme. Die Stimmung ist gut? Es geht noch besser, findet Schulz, fummelt am I-Pad und wirft ein Video an: Heinz Strunk kommt auf die Bühne, in der Hand eine Querflöte. Es folgt eine kurze Diskussion über den Coolness-Faktor solch eines Instruments in der Popmusik, dann begleitet Strunk für einen Song das Geburtstagskind.

Gegen Ende der Show stimmt Begemann ein Lied an mit dem Refrain "Komm zurück, Olli Schulz, Hamburg braucht dich". Es folgt der längste Applaus des Abends. Schulz, schwer gerührt, tritt wieder ans Mikrofon und versichert: "In der Kathedrale meines Herzens brennt immer noch die Hamburger Fackel." Und ja, eines Tages werde er zurückkehren, aber erst müsse er noch Berlin zugrunde richten. Nach drei Stunden geht das Saallicht wieder an, das Publikum schiebt sich aus dem Zelt, auf den Tischen liegen, immer noch im Plastiktütchen, die weißen Pillen.

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