AMERICAN MUSIC AWARDS Verstorbene und Abwesende ausgezeichnet


Patriotismus und Abwesenheit bestimmten die American Music Awards in Los Angeles. Preisträgerin Aaliyah ist dieses Jahr verstorben, Janet Jackson erschien nur auf der Leinwand.

Die Verleihung der American Music Awards in Los Angeles stand ganz im Zeichen der Patriotismus-Welle, die seit dem 11. September über das Land schwappt: Rap-Preisträger Nelly trat am Mittwochabend im Shrine Auditorium im rot-weiß-blauen Trainingsanzug auf und appellierte an schwarze Kinder, sich ebenfalls in den US-Nationalfarben zu kleiden. Die »Stars and Stripes« prangten auf der Gitarre von Country-Sänger Toby Keith, und Cher widmete ihre Single »Song for the Lonely« den Einwohnern von New York.

Soul-Fieber

Auf der Party nach der Verleihung wurde der Raum mit einer riesigen US-Flagge, einem überdimensionalen Uncle-Sam-Porträt und einer Kopie der Freiheitsstatue dekoriert. Musikalisch stand die 29. Verleihung der Preise im Zeichen der neuen Soul-Generation: Alicia Keys und das Trio Destiny?s Child holten jeweils zwei der American Music Awards, kurz AMA. Selbst die im August tödlich verunglückte Sängerin Aaliyah wurde posthum noch mit zwei der begehrten Auszeichnungen bedacht.

?N Sync ausgebuht

In der Kategorie Pop/Rock wurde Lenny Kravitz als bester Künstler geehrt, den Preis für die beste Künstlerin erhielt Janet Jackson. Die Auszeichnung für alternative Musik ging an Limp Bizkit, Enrique Iglesias erhielt den Preis als bester lateinamerikanischer Künstler. Beste Band war nach Ansicht der Jury die Boy-Group ?N Sync, was bei den U2-Fans unter den Besuchern Unmut auslöste. »Hört auf zu Buhen«, rief ?N Sync-Mitglied Justin Timberlake der Menge zu. »U2 wird die Grammys kriegen.«

Damit war das Thema auf dem Tisch, das im Vorfeld der Preisverleihung für reichlich Zündstoff gesorgt hatte: Im Dezember verklagte AMA-Produzent Dick Clark den Präsidenten der für die Grammys zuständigen Recording Academy, Michael Greene, auf zehn Millionen Dollar Schadenersatz. Greene versuche seit Jahren, den American Music Awards das Wasser abzugraben. Laut Clark drohte Greene Künstlern mit den Ausschluss von der Grammy-Verleihung, falls sie zuvor bei der AMA-Preisverleihung auftreten sollten. Greene bestreitet den Vorwurf.

Jackson glänzte durch Abwesenheit

Der Fall von Janet Jackson scheint Clarks Darstellung zu stützen. Jackson wurde zwar als Künstlerin des Jahres im Bereich geehrt, kam jedoch nicht zur Verleihung, sondern nahm den Preis nur über eine Leinwand zur Kenntnis. Die Grammys werden kommenden Monat ebenfalls in Los Angeles vergeben.


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