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Beastie Boy Adam Yauch: Tod eines der coolsten weißen Jungs

Mit dem Partyknüller "Fight For Your Right" und anderen wegweisenden Platten schrieben die Beastie Boys Musikgeschichte. Der Krebstod des Gründers Adam Yauch sorgt weltweit für Bestürzung.

Der frühe Krebs-Tod von Beastie-Boys-Gründer Adam Yauch hat die Musikwelt schockiert. Mit "großer Trauer" bestätigte die Band auf ihrer Homepage, dass Yauch am Freitag mit 47 Jahren nach einem fast drei Jahre langen Kampf gegen den Krebs in New York gestorben ist. Der Bassist hatte vor mehr als 30 Jahren eine Punkrock-Band gegründet, aus der schließlich die Beastie Boys, eine der erfolgreichsten und ältesten Hip-Hop-Gruppen, entstanden. Bereits ihr Debütalbum "Licensed to Ill" landete 1986 als erste reine Hip-Hop-Platte auf Platz eins der US-Charts. Zu den größten Hits der New Yorker gehört der Party-Song "(You Gotta) Fight for Your Right (To Party!)".

Kollegen und Fans reagierten am Freitag bestürzt auf den Tod des Musikers. Eine "niederschmetternde" Nachricht, twitterte Pop-Star Justin Timberlake. Yauch sei ein "wahrer Pionier der Kunst" gewesen. Der britische Sänger Boy George beschrieb Yauch als buddhistischen Mitstreiter und als Teil der Hip-Hop-Geschichte. "Wir werden dich vermissen", twitterte Musiker Joseph Simmons ("Rev. Run") von der Hip-Hop-Gruppe Run DMC. Er sei am Boden zerstört.

Yauch hinterlasse seine Frau Dechen sowie seine Tochter Tenzin Losel, hieß es auf der Band-Homepage. Der Musiker, der sich seit Jahren für die Befreiung Tibets engagiert, erklärte 2009, er habe einen Tumor in seiner Ohrspeicheldrüse.

"Er war ein sehr guter Mensch"

"Wir haben einen der Besten verloren", klagte der Punk- Schlagzeuger Travis Barker in einer Twitterbotschaft. Der schwarze Schauspieler Marlon Wayans ließ seine Fans wissen, dass die Beastie Boys in seiner Jugend die "coolsten weißen Jungs" gewesen seien. Sie hätten Rassenschranken in die gegensätzliche Richtung eingerissen - schließlich waren die drei Weißen in der schwarzen Rapper-Szene eine Ausnahmeerscheinung. US-Komiker Ben Stiller bedauerte den Tod eines "wahrhaft großartigen" Musikers und Filmemachers. "Was für ein Verlust. Er war ein sehr guter Mensch".

Während der High-School brachte sich Yauch selbst das Bass-Spielen bei. Für die Party zu seinem 17. Geburtstag gründete er eine Band, aus der später die Beastie Boys entstanden. Zusammen mit Gitarrist Adam Horovitz (Ad-Rock) und Schlagzeuger Michael Diamond (Mike D) wagte sich Yauch, Künstlername MCA, in den 80er Jahren an ganz neue, experimentelle Musikformen.

1986 kam der Durchbruch mit dem Debütalbum "Licensed to Ill". "No Sleep Till Brooklyn", "Brass Monkey" und "Sabotage" wurden zum Erfolg - bis heute ein absoluter Partyknüller ist jedoch "(You Gotta) Fight for Your Right (To Party!)". Die Band gehörte zu den langlebigsten Hip-Hop-Gruppen der Musikgeschichte. Mehr als 40 Millionen Alben verkauften die Beastie Boys. Erst vor einem Monat wurden sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Vor einem Jahr erschien das letzte Album "Hot Sauce Committee Part Two".

Chris Melzer, DPA / DPA
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