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Radio "SaySay" aus Hamburg: Warum ein hochbezahlter Anwalt hinschmiss und einen HipHop-Radiosender gründete

Freddy Staudacher verdiente gut, aber er war nicht glücklich. Eigentlich war seine Leidenschaft doch Musik! Der 39-Jährige beschloss, dass er seinen Kindern später nicht permanent von verpassten Chancen vorjammern wollte, sondern handelte: Er entschied sich für Beats statt Billionendeals.

Freddy Staudacher dort, wo er sich am wohlsten fühlt: Am Mikrofon bei "SaySay"

Freddy Staudacher, 39, dort, wo er sich am wohlsten fühlt: Am Mikrofon bei "SaySay"

Wenn wir eine Familie gründen, ist das für die meisten von uns die Phase, in der wir am wenigsten Lust auf Experimente haben. Wir wollen uns absichern, die Kinder versorgen können. Langweilige 9-5-Jobs klingen plötzlich seltsam verlockend. Aber für Frederick Staudacher, kurz Freddy, war das der Moment, in dem er nicht etwa nach einem sicheren, gemütlichen Job suchte – sondern sein leben komplett auf den Kopf stellte. Der gutbezahlte Wirtschaftsanwalt hatte zwei kleine Kinder und eine Vision. Heute hat er drei Kinder und einen eigenen Radiosender. "SaySay" (hier hören/donwloaden) hat sein Hauptquartier in Hamburg und spielt neben Nachrichten sorgsam ausgewählten HipHop, Soul und Funk.

Musik begleitet ihn seit der Kindheit

Auf den musikalischen Geschmack haben den heute 39-Jährigen damals seine älteren Brüder gebracht. Das war in den späten Achtzigern, Freddy war knapp sieben Jahre alt. Er hörte die Beastie Boys, "Licensed to Ill", Ice-T, LL Cool J. Die Musik veränderte seine Welt. Später, als Schüler, tauchte er noch tiefer in die HipHop-Kultur ein. "Ich habe sehr intensiv die Musik gehört, mir ein Mischpult besorgt und manchmal aufgelegt", sagt er. "Am Wochenende war ich meist in Plattenläden unterwegs. Da hat man damals ja die neuesten Sachen gefunden." Er liebte Musik – konnte sich aber noch keine berufliche Karriere in dieser Richtung vorstellen. "Es kam in meiner Gedankenwelt gar nicht vor, dass man auch hauptberuflich DJ-mäßig unterwegs sein konnte", sagt er, zumindest habe er aber kurz über ein Musikstudium nachgedacht.

Doch Freddys Vater hatte eine andere Idee. Wieso nicht Jura?, schlug der vor. Mit der Begründung, die wohl viele von uns kennen: "Damit kann man doch alles machen!" Außerdem kannte Vater Staudacher seinen Sohn ganz gut. "Er meinte, ich könne doch ziemlich gut reden! Er stellte sich dann vor, wie ich im Gerichtssaal stehe." Und obwohl Freddy sich nach dem Studium bemühte, auch als Jurist seinen Weg ins Musikbusiness zu finden, hatte das Schicksal anderes mit ihm vor.

"Nach dem ersten Staatsexamen macht man ein zweijähriges Referendariat", erklärt er. "Drei Monate habe ich da bei einer Plattenfirma gearbeitet, drei Monate in einer kleinen Kanzlei, die auch viele Musiker beraten hat." Und dann wechselte er zur nächsten Station, die er eigentlich nur aus Neugier angesteuert hatte: eine große Wirtschaftskanzlei. Und wider Erwarten gefiel es ihm dort. "Ich war sehr beeindruckt, da waren viele smarte, hochmotivierte Leute. Und die haben mir direkt ein Angebot gemacht."

Er war vernünftig, nahm den Job, verdiente gut

Freddy nahm den Job an. Und tat, was viele in ähnlichen Situationen auch tun: "Ich machte Musik zu meinem Hobby." Viel Zeit blieb ihm für dieses Hobby jedoch nicht. "Es war ein sehr extremer Job", sagt er über die sieben Jahre, die er als Anwalt in der Wirtschaftskanzlei verbrachte. Er beriet große Firmen bei großen Finanzdeals, klassisch im Gerichtssaal stand er nie. "Ich habe viele Nächte durchgearbeitet, keinen Urlaub gemacht. Der Job wurde gut bezahlt, aber wenn man das dauerhaft durchhalten will, muss man das wollen." Und irgendwann fragte er sich – wollte er das wirklich noch? "Ich erkannte: Das ist ein spannender Job, aber nicht das Richtige für dich", so Freddy.

"Den Ausschlag gaben meine Kinder. Ich habe drei Kinder mittlerweile, damals waren es zwei. Und ich hatte immer Lust auf einen Radiosender, dachte aber, das ist Träumerei." Doch eine Sache wusste er bestimmt: Er wollte niemand sein, der seinen Kindern mal damit in den Ohren liegt, dass er ja eigentlich immer was ganz anderes machen wollte. Was mit Musik. Ein Radio. "So nach dem Motto: Hätte, hätte Fahrradkette." Freddy begriff: Wenn er jetzt nicht handelte, würde er es niemals tun. Die Träume würden Träume bleiben.

Wollte er über verpasste Chancen jammern?

Also kündigte er und nutzte seine Ersparnisse, um den Radiosender "SaySay" aufzubauen. "Der Job war ja gut bezahlt, da konnte ich mir ein kleines Polster anfressen, das ich jetzt verbrauche", sagt er.

Aber warum ausgerechnet ein Radiosender? Weil Freddy Staudacher fest daran glaubt, dass Radio Zukunft hat – wenn es einfach weniger scheiße ist. Sondern sogar richtig gut. Die üblichen Dudelfunk-Stationen machen ihn sauer. "Mich hat genervt, dass da zehn Mal täglich derselbe Track läuft. Dann dieser aufgesetzte Humor der Moderatoren. Es geht eher um Werbung und Gewinnspiele als um die Musik." Das ganze Konzept der Mainstream-Radios geht ihm gegen den Strich. "Die Moderatoren sind völlig abgekoppelt von der Musik. Die spielen auch Lieder, auf die sie keinen Bock haben. Da sucht vorher ein Musikredakteur die Songs zusammen und die Moderatoren spulen einfach nur ihr Programm ab."

Das wollte er völlig anders machen. Ans Mikro bei "SaySay" kommen nur Menschen, die sich in Sachen HipHop, Soul und Funk wirklich auskennen "Wir können zu den Tracks auch was erzählen. Wir haben Hintergrundstories zu der Musik." Auch die Tatsache, dass er nur die Musik spielt, die er selber feiert, unterscheidet seinen Sender vom Mainstream. "Von der Art der Musik her kenne ich keinen anderen Sender, der diese Mischung aus Hiphop, Soul und Funk bringt."

Der Sprung hat sich für ihn gelohnt

Seit April 2018 ist der 39-Jährige nun raus aus der freien Wirtschaft und mit "SaySay" am Start. "Der Sprung hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich habe ihn noch nicht eine Sekunde bereut", versichert er enthusiastisch. Wenn man ihn danach fragt, weiß er aber auch direkt, was man eigentlich wissen will. "Die Leute meinen immer kommerziellen Erfolg, aber das ist nicht meine Währung. Kann ich was machen, was mich mit Sinn erfüllt? – Das macht Erfolg für mich aus." Natürlich hat er aber auch ein Auge auf die Finanzen, sucht aktiv nach Werbepartnern für den Sender. "Ob es sich wirtschaftlich trägt, das finden wir die nächsten Monate heraus."

Alles hinschmeißen, wenn es schwierig wird, kommt für ihn übrigens nicht in Frage. "Ich habe keinen Plan B", sagt Freddy. "Wenn das hier nicht funktionieren sollte, stehe ich wieder ganz am Anfang." Das es nicht funktionieren könnte, davon geht er aber nicht aus. Schließlich hat er einen dicken E-Mail-Ordner allein für Feedback seiner Hörer, die sich überschwänglich für eine Art Radio bei ihm bedanken, das ihnen zuvor schmerzlich gefehlt hatte. Das Feedback macht Freddy glücklich. "Über die sozialen Netzwerke kam ein Kommentar rein, den ich wirklich super fand. Da schrieb jemand: Ihr seid besseres Radio als Radio!"

VERNUFT -- grundsätzlich als KRIMINELL definiert ??
Kinder und Hartz4-Empfänger werden „zur Vernunft“ diszipliniert. Persönliches Fortkommen, ohne Stillstand, ist das, was man vorgibt. Zweifel seien unvernünftiges Verhalten; Widerspruch, krankhaftes. Rationales oder pragmatisches Verhalten wird nur der „Führung“ (also dem Regierungs- und Verwaltungsapparat) zugebilligt. Nirgends ist ein demokratische Verhalten hinsichtlich der „Führung“ definiert. Demokratie bedeutet: man gibt der gewählten Führung den Auftrag, dem Volk (exakt dem Wohl des Einzelnen) zu dienen. Statt dessen werden Gruppeninteressen vertreten, die ein starkes Veto einlegen oder die Richtung (eigene Vernunft) straffrei umsetzen dürfen. Was ist Vernunft ? Wir kennen nur „unsinnige“ Gruppeninteressen, wie a) den Bau eines Schutzwalles gegen Imperialisten b) den Bau eines weltbedeutenden Drehkreuz-Flughafens (als Abschreckung der Konkurrenz) c) die Einführung von Hartz4 (Motto: nur Billig-Arbeit macht reich) d) eine Mobilität, wo Jedem erlaubt wird so schnell zu fahren, wie er sich es finanziell leisten kann e) ein gewinnorientiertes Verhalten, das „Schwache“ (entgegen der Gesetzeslage) „übertölpelt und ausraubt“; 1) Menschen werden kaufsüchtig / spielsüchtig / sexsüchtig gemacht, mit staatlicher Förderung >> Vogelfreiheit 2) der Enkeltrick ist eine Ableitung des kapitalistischen Systems >> SUB-Randgruppe gegen SUB-SUB-Randgruppe Vernunft heißt ursprünglich: „den eigenen Trieben Einhalt zu gebieten -- Anderen Freiheiten zu geben !!“ (Antikes Rechtsmotto) „Vernunft heißt, Anderen Frieden zu gewähren und Selbst im Gegenzug zu beziehen“ (Biblisches Gemeinwohl ) Warum geht das nicht in einer DEUTSCHEN Demokratie ? Fehlt den Deutschen die Einsicht ? Fehlt den Deutschen ein demokratisches Verständnis ? .. oder sogar Beides ? Oder kann sich in Deutschland nur jemand (verhaltensgestörtes Egozentrisches) politisch an die Spitze setzen, der BEIDES eben gerade nicht praktiziert und umsetzt, gegen die Schwächeren „vernünftig Handelnden“ ???? ... ähnlich, wie das bei kriminellen Banden die Regel ist ? Ist kriminelle Egozentrik nicht die beste Vernunft ? ... Resumee: das sollten die Kinder und Hartz4-Empfänger angeleitet werden, solches ebenfalls umsetzen ? ... sich nicht manipulirren / ausnutzen zu lassen, um nicht in einer Endlosschleife einer Opferrolle zu verharren ?