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Billboard Awards in Las Vegas Taylor Swift demütigt die Konkurrenz


Sie war die große Favoritin der Billboard Awards und wurde ihrer Rolle gerecht: Taylor Swift hat in Las Vegas acht Preise abgeräumt. Deutlicher schlechter kam Kanye West an. Er erntete Buhrufe.
Von Andreas Renner, Los Angeles

Als Taylor Swift die vergangene Nacht "eine richtig gute Nacht" nannte, während sie ihren achten Billboard Award in Empfang nahm, war das mächtig untertrieben. Es war ein phänomenaler Abend in Las Vegas für die 25-jährige Sängerin aus Pennsylvania, die mit 14 Nominierungen als große Favoritin ins Rennen gegangen war und am Ende mit acht gewonnenen Trophäen die Konkurrenz regelrecht demütigte. Sie gewann unter anderem den wichtigsten Preis als "Top Artist", erhielt aber auch die Ehrungen als beste Künstlerin, für das beste Top-200-Album und das beste Video.

Mit jeweils drei Awards folgten weit abgeschlagen Sam Smith als bester Künstler, bester Radiokünstler und bester Nachwuchskünstler, Iggy Azalea als beste Rapperin, für den besten Rapsong sowie als beste Streaming-Künstlerin und Pharrell Wiliams. Die Boyband One Direction und John Legend ergatterten je zwei Billboard Awards.

Die Spatzen hatten es bereits in den vergangenen Tagen von den Dächern gepfiffen: Taylor Swift wird bei den Billboard Awards in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas richtig abräumen. Wie man aus dem Umfeld der Musikindustrie in Los Angeles hörte, wollten einige Stars der Szene der Preisverleihung in Vegas sogar fernbleiben, weil man bereits befürchtete, dass der Abend zur reinen Swift-Show werden würde.

Vor allem machte offenbar Stimmung gegen die Vorzeige-Sängerin, die schon im zarten Alter von 25 Jahren als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten gilt. Die Quittung folgte auf den Fuß: Sowohl Kanye als auch die Jenner-Schwestern Kendall und Kylie, die ihren Schwager ansagten, wurden vom Publikum mit Buhrufen bedacht. Taylor Swift ist derzeit einfach unantastbar.

Swift verkaufte in ihrer noch jungen Karriere mehr als 40 Millionen Alben und verzeichnet rund 130 Millionen Single-Downloads. Von jedem ihrer fünf Studioalben wurden mindestens vier Millionen Exemplare abgesetzt. Keine Frage: Taylor Swift ist ein absolutes "Powerhouse“ der Musikindustrie. Statt mit krawalligen Sprüchen à la Kanye West oder skandalösen Auftritten im Stile eines Justin Bieber, punktet die Sängerin lieber mit ihrem Sauberfrau-Image und eindringlichen Popklängen, die jedem hormongesteuerten Teenager aus der Seele sprechen.

Swift hilft ihren Fans auch schon mal persönlich über Twitter und Facebook mit Ratschlägen in Sachen Liebe und scheut sich auch nicht, Privates von sich preiszugeben. Erst im April verkündete sie über die sozialen Netzwerke, dass ihre Mutter Andrea an Krebs leidet und rief ihre Fans gleichzeitig dazu auf, die eigenen Eltern zu Früherkennungsuntersuchungen zum Arzt zu drängen.

Auch bei der gestrigen Preisverleihung in Las Vegas nutzte Swift die Gunst der Stunde und erinnerte ihre Fans daran, dass Bildung wichtig sei im Leben und sie sehr stolz ist auf Brüderchen Austin, dessen Schulabschluss sie noch am Vormittag mit ihm feierte. Swift ist ein Superstar mit Bodenhaftung. Das kommt an – und beschert dann eben auch mal acht Billboard Awards.

Die Billboard Music Awards werden jährlich von der Fachzeitschrift Billboard vergeben, geehrt werden die erfolgreichsten Musiker des Jahres basierend auf den digitalen und den CD-Verkäufen, den Playtimes im Radio, Video-Streaming im Internet, Konzerte und Social-Media-Aktivitäten. Taylor Swift war seit 2011 insgesamt 36 Mal für einen Billboard Award nominiert – gewonnen hat sie bislang 21 dieser Auszeichnungen, die teilweise auch von den Fans mitbestimmt werden.

Mit knapp 58 Millionen Followern allein auf Twitter ist Swift da natürlich klar im Vorteil. Sie ist eine Ikone vor allem für jüngere Anhänger. Nachdem ihr neues Video "Bad Blood“ bei den Billboard Awards seine Weltpremiere feierte, wurde es innerhalb nur einer Stunde bereits mehr als 25.000 mal geklickt. Die Zahl dürfte in den nächsten Tagen noch enorm steigen, denn Swift hat für das Video namhafte Kolleginnen und Freunde gewinnen können wie Cara Delevingne, Selena Gomez, Lena Dunham, Jessica Alba, Cindy Crawford und Ellen Pompeo. Swift setzt gerne neue Maßstäbe, mit dem Video zu "Bad Blood“ ist das auf jeden Fall gelungen.


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