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Depeche Mode-Ausstellung in Berlin Fans waren der Stasi ein Dorn im Auge


Die Stasi spionierte Depeche Mode-Fans aus. Trotzdem wurde in der DDR eine ihrer Platten veröffentlicht. Eine Ausstellung in Berlin zeigt seltene und kuriose Fundstücke rund um die Kultband.

Mehr als 450 Sammlerstücke rund um die britische Band Depeche Mode sind seit Donnerstag in Berlin zu sehen. Bei der "Depeche Mode Fan Exhibition" werden bis zum 20. Juni im ehemaligen Warenhaus Jandorf in Mitte rare Originale und kuriose Devotionalien gezeigt.

Ausgestellt ist zum Beispiel das erste Demo-Tape der Elektropopper, die sich in ihren Anfangszeiten noch Composition of Sound nannten. Hinter Glas zu bewundern ist außerdem die Masterplatte des Amiga-Labels, die der Rohling für die einzige Depeche-Mode-Platte der DDR aus dem Jahr 1987 war.

Die Fans der Band waren der DDR-Staatssicherheit allerdings verdächtig. Die Mitglieder von Fanclubs wurden überwacht, wie in ausgestellten Dokumenten des SED-Staates nachzulesen ist. Dennoch traten Depeche Mode 1988 bei einem Konzert in Ost-Berlin auf.

Fans aus ganz Europa stellen Stücke zur Verfügung

"Es wird um bevorzugte, besonders höfliche und zollfreie Einreise gebeten", heißt es in den Unterlagen der DDR-Organisatoren an die entsprechenden "ausführenden Organe." Viele Exponate für die Schau steuerte Dennis Burmeister bei, der eine der größten Depeche-Mode-Sammlungen der Welt habe, so die Ausstellungsmacher.

Aber auch Fans aus ganz Europa stellten ihre wertvollsten Depeche-Mode-Schätze zur Verfügung: Mit Band-Logos verzierte Kerzen und Kippas und selbstgemalte Bilder ihrer Idole. Klavierauszüge zu Songs wie "People are People" oder "Just can't get enough" für die Hausmusik gibt es ebenso wie unzählige Plattencover in verschiedenen Länder-Ausgaben.

kave/DPA DPA

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