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Kalkulierte Provokation: Als KZ-Häftlinge verkleidet - Rammstein verstört mit makaberem Promo-Clip

Die deutsche Rockband Rammstein ist bekannt dafür, mit ihren Musikvideos zu provozieren. In ihrem neuesten Clip sind sie als KZ-Häftlinge verkleidet - eine PR-Aktion, die vor allem negative Reaktionen hervorruft.

Rammstein-Video provoziert mit Band als KZ-Insassen

Es ist ein 35-sekündiger Clip, in dem die Band Rammstein als KZ-Häftlinge verkleidet, mit einem Strang um den Hals nacheinander aufgereiht in Häftlingskleidung auf einem Platz steht. Der Sänger Till Lindemann , 56, blutet aus einer Wunde über dem rechten Auge. Am Schluss des kurzen Musikvideos erscheint auf einem schwarzen Hintergrund der Single-Titel "Deutschland" in einem frakturähnlichen, weißen Schriftzug.

Rammstein provoziert bewusst mit dem Video

Dieser kurze Ausschnitt soll bewusst provozieren - die Band möchte damit Aufmerksamkeit für ihr bald erscheinendes, neues Album erzeugen. Es ist nicht das erste Mal, dass Rammstein mit einem Video polarisiert. Bereits 1998 geriet die Band unter Verdacht rechtsradikale Neigungen zu haben. In ihrem Musikvideo "Stripped", einem Cover der englischen Punkband Depeche Mode, verwendeten sie Szenen aus dem damaligen Nazi-Propagandafilm "Olympia", den Leni Riefenstahl für die Austragung der Olympischen Spiele 1936 während der Nazizeit in Berlin gedreht hat. 

Rammstein hat mit ihrer erneuten Provokation deutlich eine Grenze überschritten. Die Reaktionen von Politikern, jüdischen Verbänden und Historikern sind durchgehend entsetzt. Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden äußert sich gegenüber der "Bild"-Zeitung zum Videoclip: "Wie Rammstein hier das Leid und die Ermordung von Millionen zu Entertainmentzwecken missbraucht, ist frivol und abstoßend." Auch die Sprecherin des Jüdischen Forums in der CDU, Karin Prien ist fassungslos und spricht von einer "widerlichen Geschmacklosigkeit", die nur dazu diene, "Klicks zu erzeugen". 

Musikvideo stößt auf empörte Reaktionen

Felix Klein, der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung spricht sogar von einer Überschreitung der roten Linie: "Die Inszenierung der Musiker von Rammstein als todgeweihte KZ-Häftlinge stellt die Überschreitung einer roten Linie dar. Sollte dies nur der Verkaufsförderung des neuen Albums dienen, halte ich dies für eine geschmacklose Ausnutzung der Kunstfreiheit."

Ganz ähnlich äußerte sich auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. "Wer den Holocaust zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch", sagte Schuster. Sollte Rammstein mit dem neuen Musikvideo aus dem Holocaust Profit schlagen wollen, wäre das geschmacklos und würde die Millionen von Menschen verhöhnen, die während der Schoa unsäglich gelitten haben und auf grausamste Weise ermordet wurden.  

Verwendete Quellen: "Bild"

ag