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Marek Lieberberg Streitbar und bestens vernetzt: Er ist der Mann hinter "Rock am Ring"

Über die Unterbrechung des Musikfestivals "Rock am Ring" wegen einer Terrorwarnung hat Veranstalter Marek Lieberberg zu deutlichen Worten veranlasst. Er sah sich als Sündenbock und stellte die Frage, warum Moslems nicht zu Zehntausenden gegen islamistischen Terror auf die Straße gehen. Ob die Terrorwarnung überhaupt mit Islamismus oder Moslems zu tun hatte, ist allerdings noch nicht klar. Auf Twitter entbrannte daraufhin eine Diskussion: Hat Marek Lieberberg Recht oder hat er nur seine finanzielle Interessen im Blick? Spricht er aus, was längst hätte gesagt werden müssen oder spielt er Rechten in die Hände? Auf Twitter wurde die Diskussion über das Statement von Marek Lieberberg hitzig geführt.
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Marek Lieberberg sucht nicht das große Rampenlicht, wenn es nicht sein muss. Er organisiert lieber hinter den Kulissen. Nach dem Terroralarm bei "Rock am Ring" legt der erfolgreiche Konzertmanager einen emotionalen Auftritt hin.

Kaum ein Star der internationalen Musikszene ist in den vergangenen Jahrzehnten an Marek Lieberberg vorbeigekommen. Der inzwischen 71-Jährige zählt zu den bekanntesten und profiliertesten Konzertveranstaltern der Branche. Er ist bekannt dafür, dass er kein offenes und direktes Wort scheut - und mit Leidenschaft für seine Positionen streitet.

Madonna, Bon Jovi, Depeche Mode, Guns N' Roses, Metallica, Bruce Springsteen, Pink Floyd - die Liste der Stars und Gruppen, mit denen Lieberberg schon zusammengearbeitet hat, ließe sich noch um zahlreiche illustre Namen verlängern. Auch das 1985 erstmals veranstaltete Festival "Rock am Ring" am Nürburgring ist ein Kind von Lieberberg. Für Rockfans ist es längst Kult geworden.

"Warum sind wir die Prügelknaben?"

Dass der Musikpromotor ein streitbarer Mann sein kann, wird nach der Unterbrechung von "Rock am Ring" am Freitagabend deutlich. Sichtlich aufgebracht und angefressen macht er vor Journalisten seinem Ärger und seiner Fassungslosigkeit Luft. Zwar trägt er die Entscheidung mit, dass das Festivalgelände mit Zehntausenden Fans wegen Terrorgefahr geräumt wird.

Aber so ganz nachvollziehen kann er die Bewertung der Sicherheitsbehörden nicht, das wird schnell deutlich. "Warum sind wir die Prügelknaben für die Situation?", fragt er. Dann redet sich der Promotor in Rage, fordert Muslime zu Demos gegen "diese Gewalttäter" auf. Zugleich wird er sehr emotional: "Ich fühle mich entsetzlich leer und ausgepowert."

Am Tag danach, als die Entscheidung feststeht, dass das Festival weitergeht, zeigt sich Lieberberg dann erleichtert und schlägt versöhnlichere Töne an. Er dankt auch der Polizei, lobt aber vor allem das besonnene Verhalten der Fans. Geduldig und trotz kurzer Nacht beantwortet er die Fragen der Journalisten. Seine Augen hat er hinter einer Sonnenbrille versteckt.

Die Sache mit dem Kronleuchter

Von seiner nach ihm benannten Konzertagentur hat sich Lieberberg vor zwei Jahren zurückgezogen. Mit seinem Sohn André, einem seiner drei Söhne, wechselte er zur Agentur Live Nation Concerts Germany. Er ist aber der Macher für "Rock am Ring" geblieben.

Der gebürtige Frankfurter, dessen jüdische Eltern den Holocaust überlebt hatten, hat zunächst als Journalist gearbeitet und erst später angefangen, Konzerte zu veranstalten. Gemeinsam mit Marcel Avram gründete Lieberberg 1970 die Konzertagentur Mama Concerts. Das erste Konzert war ein Auftritt der Gruppe The Who in Münster.

Eine wilde Zeit, wie sich Lieberberg einst erinnerte. Den Who-Schlagzeuger Keith Moon musste er im Hotel von einem Kronleuchter holen. "Hotelgäste kreischten", berichtete Lieberberg in der "Süddeutschen Zeitung". "Keith brüllte: "Marek, it's fucking great in Germany, I love it!" Übernachten konnten sie in dem Hotel dann nicht mehr.

Mit dem Terroralarm bei "Rock am Ring" ist eine weitere, ernste statt lustige Anekdote in Lieberbergs langer Karriere hinzugekommen. Es dürfte eine sein, auf die er gerne verzichtet hätte.

DPA

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